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18.09.2017 | Artikel

Noch eine Woche bis zur Wahl: Thema Sozialwirtschaft

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Von: Ragnar Hoenig

Wolfgang Stadler, Bundesvorstandsvorsitzender des AWO Bundesverbandes.

In dieser letzten Woche vor der Bundestagswahl dreht sich alles um die Sozialwirtschaft. „Obwohl die Sozialwirtschaft eine der größten Wirtschaftsbranchen im Lande ist, fristet sie ein Schattendasein“, kritisiert der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler im Drei-Fragen-Interview der Woche. Als die unmittelbar größten Herausforderungen für die Wohlfahrtsbranche bezeichnet er es, aus der Digitalisierung den bestmöglichen Nutzen zu ziehen und die Einführung von Branchentarifverträgen Soziales.

Für die AWO ist völlig klar, dass soziale Arbeit neu bewertet werden muss. „Soziale  Dienstleistungen, die Menschen helfen, stabilisieren, pflegen und unterstützen, dürfen nicht länger nur als Kostenfaktor angesehen werden. Sie sind ein enormes Potenzial für den Wirtschaftsstandort Deutschland“, zeigt sich der AWO Bundesvorsitzende überzeugt. Die Sozialwirtschaft aufzuwerten, könnte durch die Einführung von Branchentarifverträgen Soziales gelingen. Dazu erklärt Stadler: „In der Sozialbranche gibt es über tausend verschiedene Tarifverträge und arbeitsrechtliche Vereinbarungen. Diese Zersplitterung und dieses Wirrwarr schaden der Branche enorm und gefährden ihre an sich guten Zukunftsaussichten.“

Als eine weitere Herausforderung, die es positiv zu nutzen gilt, bezeichnet Stadler den zunehmenden Technikeinsatz in der Sozialwirtschaft. „Derzeit sind noch keine Roboter in Sicht, die eine gelernte Erzieherin oder einen gelernten Altenpfleger ersetzen könnten“, stellt Stadler klar und erklärt, dass ein zunehmender Technik-Einsatz die Fachkräfte sogar entlasten werde. Sei es durch Hebesysteme in der Pflege oder Assistenzroboter, die den Transport von Wäsche und Essen übernehmen können. Dagegen sieht Stadler es als eine bedenkenswerte Entwicklung an, dass immer mehr Plattformen soziale bzw. haushaltsnahe Dienstleistungen anbieten. Zum einen arbeiten die Meisten dort selbständig und ohne jede soziale Absicherung. Und zum anderen spielen dort weder Qualifikation, noch Führungszeugnis, noch die Arbeitsqualität eine Rolle. Deshalb fordert Wolfgang Stadler: „Diese Plattformen müssen den gleichen gesetzlichen Regelungen unterliegen, wie niedergelassene Anbieter sozialer Dienstleistungen.“

Digitalisierung in der Sozialwirtschaft

Wie kann der digitale Wandel tatsächlichen Fortschritt bringen? Mehr.

Der AWO-Wahlcountdown 2017:

In 12 Wochen stellt die AWO 12 Forderungen an die Politik.

Im Rahmen ihres Wahlcountdowns leitet die AWO ab dem 03. Juli jeweils montags durch ein Drei-Fragen-Interview eine Themenwoche ein. Alle Infos werden auf awo.org und in den Social-Media-Kanälen des AWO Bundesverbandes bereitgestellt. Die Kampagne wird im Netz unter dem Hashtag #awobtw17 gebündelt.

Noch 2 Wochen bis zur Wahl: Thema Armut

Trotz der guten Lage in der Wirtschaft und am Arbeitsmarkt geht die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander. Das muss gestoppt werden. Mehr.

Noch 3 Wochen bis zur Wahl: Thema Pflege

Satt, sauber, trocken reicht nicht. Gute Pflege braucht Zuwendung und Zeit. Was die AWO fordert: Mehr.

Noch 4 Wochen bis zur Wahl: Thema Rassismus

Rechte Parteien erstarken zunehmend. Die AWO verstärkt deshalb erneut ihr Engagement für die Achtung der Menschenrechte. Mehr.

Woche 5: Bildung und Erziehung

Qualität in Bildung und Erziehung sichern. Mehr.

Woche 6: Gesundheit

Für eine gerechte und soziale Gesundheitsversorgung. Mehr.

Woche 7: Bürgerschaftliches Engagement

Bürgerschaftliches Engagement allen ermöglichen. Mehr.

Woche 8: Migration und Flucht

Einwanderung gestalten. Mehr.

Woche 9: Frauen und Familie

Konsequente Gleichstellungspolitik. Mehr.

Woche 10: Arbeitsmarkt

Engagierte Arbeitsmarktpolitik für alle Bevölkerungsgruppen. Mehr.

Woche 11: Kinder und Jugend

Chancengerechtes Aufwachsen für alle Kinder sicherstellen. Mehr.

Woche 12: Rente

Senken des Rentenniveaus sofort stoppen. Mehr

Alle Themenwochen:

Alle Themenwochen des Wahlcountdowns gibt es hier.

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