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"Freiwillig Engagierte brauchen günstige Mobilität"

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Von: Wolfgang Stadler, Philipp Heintze

Die AWO fordert #freiefahrtfuerfreiwillige und unterstützt damit die Aktion der Freiwilligendienstleistenden rund um den Tag des Ehrenamts am 5. Dezember. Bundesvorsitzender Wolfgang Stadler erklärt im Interview, wieso.

Freiefahrtfuerfreiwillige: Herr Stadler, warum unterstützen Sie als Vorstandsvorsitzender des AWO Bundesverbands die Aktion der Freiwilligendienstleistenden?

Wolfgang Stadler: Weil für mich ist klar, dass Engagement auch gesellschaftliche Anerkennung braucht. Und eine deutlich entlastende Vergünstigung im öffentlichen Nahverkehr ist an der Stelle naheliegend. Im letzten Jahr hatte ich deswegen den Gruppensprecherinnen und Gruppensprechern der AWO Freiwilligendienste bei einem Treffen versprochen, dass ich mich für solch ein Anliegen einsetzen werde.

Es kann nicht sein, dass Freiwillige in manchen Städten ohne Vergünstigungen zum täglichen Einsatz fahren und einen erheblichen Anteil ihres Taschengeldes für ihre Fahrten ausgeben müssen.

Wolfgang Stadler, Vorstandsvorsitzender des AWO Bundesverbandes

Es kann nicht sein, dass Freiwillige in manchen Städten ohne Vergünstigungen zum täglichen Einsatz fahren und einen erheblichen Anteil ihres Taschengeldes für ihre täglichen Fahrten ausgeben müssen. Günstige Mobilität wird dann auch zu einer Voraussetzung für das Engagement vieler Freiwilligendienstleistenden, die ja nur ein Taschengeld erhalten. Die AWO setzt sich dafür ein, dass ein Freiwilligendienst allen Menschen offen steht.

Freiefahrt: An vielen Orten gibt es doch aber bereits Vergünstigungen im ÖPNV, die auch für Freiwilligendienstleistende gelten. Warum fordern die Freiwilligen trotzdem #freiefahrtfuerfreiwillige?

Stadler: Benötigt wird eine echte Anerkennung in jedem Bundesland. Die Kommunen und Länder sind gefragt, ihre Regelungen zu überprüfen und gegebenenfalls auch mehr Förderung vom Bund einzufordern. Dort, wo es bereits Vergünstigungen gibt, sind sie für die Freiwilligen nämlich oft trotzdem unerschwinglich. In Berlin sind z.B. die 57€ pro Monat für das Azubi-Ticket bei rund 300€ Taschengeld für viele Freiwillige einfach zu teuer.

Eine Vorreiterrolle hat bei dem Thema übrigens das Land Hessen eingenommen. Dort gibt es ein landesweit gültiges Ticket für Schülerinnen und Schüler, Freiwillige und Azubis für 1€ pro Tag, also 365€ im Jahr. Die Landespolitik hat dort die Forderung der Sozialverbände politisch umgesetzt und fördert mit Steuergeldern eine kostengünstige und nachhaltige Mobilität der jungen Leute, einer Zielgruppe mit insgesamt wenig Geld.

Ich finde es toll, dass die Freiwilligen mit ihrer Aktion auch visionär sind und die Idee eines kostenfreien öffentlichen Nahverkehrs zum Thema machen. Auch wenn es bis zur Umsetzung noch dauern wird, freue ich mich über junge Leute mit Visionen, die die Gesellschaft nachhaltiger und gerechter gestalten können.

Das Interview führte Philipp Heintze

Freie Fahrt für Freiwillige: Foto schießen, Foto posten, Engagement unterstützen - jetzt ganz einfach mitmachen!

Die Freiwilligendienstleistenden fordern: Freie Fahrt für Freiwillige! Bei ihrem geringen Taschengeld sind Bus, Bahn und Tram für viele zu teuer. Das darf nicht sein - Engagement sollte belohnt werden.

 

Deshalb: Mitmachen und am 5. Dezember ein Foto mit Ticket in oder an den "Öffis" machen und mit #freiefahrtfuerfreiwillige und den eigenen Forderungen oder Statements auf Twitter oder Instagram posten.

 

Hier geht's zur Aktionswebsite, wo alle Infos und Postings zusammenlaufen.

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