AWO Historie

Geschichte der AWO

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Die Arbeiterwohlfahrt wurde am 13. Dezember 1919 auf Initiative von Marie Juchacz gegründet. Mit ihrer annähernd 100-jährigen Geschichte zählt die AWO zu den ältesten Wohlfahrtsverbänden in Deutschland. Auf dieser Seite geben wir einen kurzen Überblick zur Geschichte und Entwicklung der AWO von der Weimarer bis zur Berliner Republik.

Zehnjahrfeier der Arbeiterwohlfahrt

23. Februar 1930

Die Zehnjahrfeier findet im Plenarsaal des Preußischen Staatsrates in Berlin statt. Unter den Ehrengästen sind: Reichsarbeitsminister Rudolf Wissel, der Preußische Ministerpräsident Otto Braun, der Präsident des Preußischen Landtags Friedrich Bartels.

Aus der Festrede von Marie Juchacz:

„Wir fühlen uns jung, und dennoch sind wir erfahren, denn die Wurzeln unserer Kraft liegen in der Arbeiterbewegung. Vor zehn Jahren haben wir der immer vorhandenen Idee nur die äußere Form gegeben. Die Zweifler von damals haben gelernt, dass Ideen Organisationen brauchen, um sich durchzusetzen. Vor dem Krieg hat man uns zur Arbeit nicht zugelassen. Während des Krieges war man froh um unsere Mitwirkung. Ein paar Jahre nach dem Krieg ließ man uns gewähren. Heute versucht man wieder, unsere Arbeit auszuschalten, uns anzuklagen, dass wir Politik in die neutrale Arbeit hineintragen... Man fragt uns heute nach den ethischen Kräften unserer Arbeit. Wo sich als zwingende Folge der allgemeinen Lebensanschauung die Kameradschaftlichkeit oder Solidarität von selbst ergibt, da entbehrt die soziale Arbeitsleistung gewiss nicht der ethischen Kraft, ohne die soziale Arbeit überhaupt nicht denkbar ist. Was wir sind, können wir nur sein in der demokratischen Republik. Erst im demokratischen Staat können wir die Kräfte entfalten, die am Ausbau des Wohlfahrtsstaates mitarbeiten wollen und können, die auch erst im neuen Staat gefördert werden. Für die Arbeiterwohlfahrt haben die zehn Jahre genügt, um eine lebendige, starke, moderne Wohlfahrtsorganisation aufzubauen, die viele Frauenkräfte erweckt und entwickelt hat.“

Gründung der Internationalen Arbeiterwohlfahrt

21. bis 23. Februar 1930

Aus Anlass der Feier des zehnjährigen Bestehens der Arbeiterwohlfahrt treffen sich die von Marie Juchacz eingeladenen Vertreter*innen ausländischer Schwesterorganisationen. Es werden Möglichkeiten der praktischen Zusammenarbeit (z.B. Kinderaustausch, soziale Praktika) verabredet und die Herausgabe einer Korrespondenz mit Berichterstattung über wohlfahrtspolitische Ereignisse in den einzelnen Ländern in Aussicht genommen. Marie Juchacz wird zur Vorsitzenden, Hedwig Wachenheim zur Schriftführerin der Internationalen Arbeiterwohlfahrt gewählt.

Stellungnahme zur Reichstagswahl

1. August 1930

Die Arbeiterwohlfahrt nimmt Stellung zur Reichstagswahl.

Die Zeitschrift „Arbeiterwohlfahrt“ (Nr. 15/1930) fordert unter der Überschrift „Kampf“ zur bevorstehenden Neuwahl des Reichstages zur Stimmabgabe für die SPD auf. 

Aus dem Inhalt:

„Eine falsche Politik überlastet die Wohlfahrtspflege. Statt Ankurbelung der Produktion durch Preissenkung hat die Regierung durch Lohnsenkung ohne Preissenkung die Wirtschaftskrise verschärft, die Arbeitslosenziffern erhöht und so die Arbeiter aus der Wirtschaft in die Arbeitslosenversicherung gedrängt. Durch Verschlechterung der Arbeitslosenversicherung aber drängt sie wiederum die Arbeitslosen in die Wohlfahrtspflege. Zum Schluss sollen die Arbeiter die erhöhten Kosten der gemeindlichen Wohlfahrtspflege durch die Kopfsteuer bezahlen. Die besten Wohlfahrtsgesetze, die beste Fürsorgepraxis können solcher Politik nicht standhalten. Massenelend, dem keine Fürsorge gewachsen ist, muss das Ende sein.“

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