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Offene Jugendarbeit in der AWO stärken

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Von: Dieter Eckert

Die Offene Jugendarbeit ist das drittgrößte Arbeitsfeld der Jugendhilfe nach den Kindertageseinrichtungen und den Hilfen zur Erziehung. Die Offene Jugendarbeit ist Frei-Raum für eine eigenständige Persönlichkeitsentwicklung, sie ist als außer-schulischer Lernort Teil der kommunalen Bildungsinfrastruktur und schafft Beteiligungsmöglichkeiten im Sozialraum. Der Stellenwert der Offenen Jugendarbeit spiegelt sich jedoch nur unzureichend in der Anerkennung dieses Arbeitsfeldes wieder. Das Arbeitsfeld bedarf einer größeren Sichtbarkeit und Anerkennung in der Öffentlichkeit.

Der Bundesverband begann 2016/2017 mit einer systematischen Aufarbeitung des Themas „Offene Kinder- und Jugendarbeit in der AWO“. Hierzu wurden verschiedene Aktivitäten gestartet: So wurden Angaben zu Struktur, Inhalte und Entwicklungs-perspektiven der Offenen Jugendarbeit erhoben, indem die Außendarstellung von AWO Einrichtungen der Offenen Jugendarbeit im Rahmen ihrer Internetpräsenz analysiert wurde. Auf dieser Basis und in Rückgriff auf theoretische Studien zur Situation der Offenen Jugendarbeit wurde ein Instrument für eine bundesweite Online-Befragung entwickelt und durchgeführt. Ergänzend wurden Praxiseinrichtungen mit unter-schiedlichem Profil ausgewählt und eine qualitative Befragung der dortigen Leitungs- und Fachkräfte vorgenommen..

 

 

Jugendarbeit ist eine hervorragende Möglich-keit, Kinder und Jugendliche in ihrem Aufwachsen zu unter-stützen…Trotzdem werden ihre Möglich-keiten von den Kommunen häufig zu wenig genutzt. Doch hier zu sparen ist keine Lösung, denn wie zukunftsfähig ein Staat ist, zeigt sich an seinem Engagement für Kinder und Jugendliche. Der Staat muss die Kommunen mehr unterstützen. Offene Jugendarbeit ist eine unverzichtbare Aufgabe in der kommunalen Daseinsvorsorge und entscheidend für ein funktionierendes Gemeinwesen. (Wolfgang Stadler, 28.02.2017)

Durchführung und Auswertung dieser Aktivitäten erfolgte in Begleitung durch den AWO-Bundesverband durch Prof. Dr. Thorsten Bührmann und Anna König von der MSH-Medical School Hamburg. Die Ergebnisse wurden dokumentiert im Abschlussbericht „Offene Jugendarbeit in  AWO-Einrichtungen - Dokumentation der AWO-Praxis und Entwicklungsimpulse“. Dieser dient als Grundlage für die Entwicklung einer AWO-Verbandsstrategie.

Der Bericht führt zu Ergebnissen, die zwei zentrale Entwicklungslinien hervorheben:
a) Zum einen die Frage nach der Gewichtung und Stärkung von Bildungsarbeit als konzeptioneller Kern der Offenen Jugendarbeit: Vielfalt der Angebote und Schwerpunktsetzung auf die Freizeitgestaltung sind dominierend im Sinne eines informellen Lern- und Bildungs-prozesses.
b) Zum anderen die Frage nach der Gestaltungsfähigkeit von Strukturen, die in unterschiedlichen Formen von Kooperation im Sozialraum ihren Ausdruck findet. Dabei stehen einrichtungsbezogene Kooperationsformen (wie die Gestaltung von Projekten) auf der einen Seite, strukturgestaltende Formen der Vernetzung auf der anderen Seite (wie Mitwirkung in lokalen Arbeitskreisen und Ausschüsse aber auch Vernetzung von präventiven Hilfeleistungen).
Insbesondere eine stärkere Fokussierung auf die Netzwerk- und Sozialraumarbeit könnte Einrichtungen der Offenen Jugendarbeit als proaktive Gestalter kommunaler Infrastruktur und des Sozialraums etablieren.

Im Verlauf dieser Aktivitäten entstand ein bundesweiter Verteiler von AWO Einrichtungen der Offenen Jugendarbeit, der als Grundlage für den Aufbau eines bundesweiten Netzwerks für Fachkräfte in der Offenen Jugendarbeit dient.

Zur Aktivierung dieses Netzwerks findet am 22./23. Oktober 2018 im AWO Tagungszentrum Haus Humboldtstein, Remagen-Rolandseck, die Netzwerktagung „Offene Jugendarbeit in der AWO“ statt.

Offene Jugendarbeit in AWO-Einrichtungen - Abschlussbericht

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