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Der Zugang zu Arbeit muss Migrant*innen erleichtert werden

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Von: Wolfgang Barth

Einem Beruf nachgehen zu können, ist in unserer Gesellschaft ein wichtiger Aspekt von Teilhabe. Arbeiten zu können, sich und die eigene Familie selbst ernähren zu können, das kann zentral sein für die eigene Identität. Deshalb ist der Zugang zu Beruf, Ausbildung und dem Arbeitsmarkt weit mehr als „nur“ die Gewähr für eine eigenständige Lebensführung.

 

Die Anerkennung ausländischer Abschlüsse ist schwierig
Da das deutsche duale Ausbildungssystem in anderen Staaten keine Entsprechung hat, ist die Anerkennung von handwerklichen und kaufmännischen Ausbildungen eine zentrale Frage für Einwanderer. Für sie ist es nach wie vor ausgesprochen kompliziert, bereits erworbene berufliche Kompetenzen in Deutschland anerkennen zu lassen. Ohne die Anerkennung der in den Herkunftsländern erreichten schulischen und beruflichen Abschlüsse ist aber der Zugang zum Arbeitsmarkt massiv erschwert. In Stuttgart hat die AWO deshalb eine Beratungsstelle eingerichtet, die auf die Anerkennung von beruflichen Erfahrungen spezialisiert ist und Berufswegeplanung für Migrant*innen durchführt

 

Eine hohe sprachliche Kompetenz wird oft erwartet
Hinzu kommt: Durch die Veränderung der Arbeitswelt in den vergangenen zwanzig Jahren ist die Zahl der einfachen Arbeitsplätze stark zurückgegangen. Für die allermeisten Arbeitsplätze gilt, dass eine hohe kommunikative Kompetenz erwartet wird. Deshalb muss es Angebote für Migrant*innen geben, sich sprachlich fortzubilden, denn die Erwartungen an die Deutschkenntnisse im Beruf sind enorm gestiegen.

 

Die AWO hat deshalb Sprachlernmaterialien für die fachsprachliche Vermittlung entwickelt. Die AWO im Raum Ostwestfalen-Lippe verknüpft ihren Sprachkurs sogar mit einer Ausbildungsgarantie.

 

Besonders schwer können es vor allem Mütter mit Migrationshintergrund haben. Für viele ist es schwierig, nach der Erziehungs- und Familienphase einen Zugang zum Arbeitsmarkt zu finden. In Jena werden diese Frauen dabei unterstützt, (wieder) Arbeit zu finden.

 

Strukturelle Hürden müssen abgebaut werden
Eine ganze Reihe an Maßnahmen, die Migrant*innen an der Schwelle zum Arbeitsmarkt unterstützen sollen, gibt es unter dem Dach der AWO in Deutschland. Von Qualifizierungsmaßnahmen über Beratung bei der Arbeitssuche bis hin zu Bewerbungstrainings ist alles vertreten. In Konstanz kommen diese Dienstleistungen rund um den Arbeitseinstieg z.B. alle aus einer Hand.

 

Diese Angebote können aber nicht die Lösung für zum Teil strukturell bedingte Hürden vor dem Einstieg auf den deutschen Arbeitsmarkt sein. Es gilt, diese Hürden abzubauen, um den Zugang zu Arbeit zu erleichtern und so Integration zu fördern.

 

Dies ist ein Blogpost im Rahmen des AWO-Wahlcountdowns 2017. Die Wochen vor der Wahl begleitet die AWO mit ihrem Wahlcountdown: 12 Forderungen an die Politik, eingebettet in 12 Themenwochen. Dieser Blogpost ist Teil der Themenwoche "Migration und Flucht".

Alle Themenwochen des Wahlcountdowns gibt es hier.

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