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Der Bund muss bessere Rahmenbedingungen für Integration schaffen

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Von: Wolfgang Barth

Migration ist Teil der Menschheitsgeschichte
Menschen verlassen ihre gewohnte Umgebung und lassen sich in einer neuen nieder. Millionenfach geschieht dies in jedem Jahr. Und es ist über die Jahrhunderte immer wieder geschehen. Migration ist Teil der Menschheitsentwicklung: Zu allen Zeiten sind Menschen gegangen, um woanders etwas Neues zu beginnen, oder um vor Not und Elend zu fliehen.  

 

Beim Ankommen in der neuen Umgebung gibt es eine ganze Reihe an Aufgaben, die Migrant*innen bewältigen müssen, um ein selbstbestimmtes Leben führen zu können.  

 

Migrant*innen müssen viel leisten, um im neuen Leben anzukommen
Sie müssen ihren Aufenthalt sichern, sie benötigen eine akzeptable Wohnung, eine Arbeit, die den Unterhalt erwirtschaftet und eine auskömmliche Lebensführung möglich macht. Sie müssen die öffentliche Infrastruktur und das bestehende Gesundheitssystem verstehen lernen. Wenn sie Eltern sind, müssen sie Vorstellungen davon entwickeln, wie sie ihren Erziehungsauftrag erfüllen können und welche kulturellen Handlungsmuster und Selbstverständlichkeiten sie an ihre Kinder weitergeben wollen. Wenn sie in Partnerschaft leben, ist es bedeutsam, sich darüber zu verständigen, wie die Partnerschaft gelebt werden kann und welche Muster des Zusammenlebens gemeinsam neu gestaltet werden können. Nicht zuletzt gehört zu diesen Kernaufgaben auch,  Strategien zu entwickeln, wie mit erlebter Ausgrenzung und Diskriminierung umgegangen werden kann. 

Insgesamt geht es darum, herausfinden: Wieviel Alltagsorientierungen der Vergangenheit können in die Zukunft mitgenommen werden?

 

Aktiv auf der "Baustelle der Einwanderungsgesellschaft"
Die AWO ist seit Jahrzehnten eine engagierte Akteurin an der Baustelle der Einwanderungsgesellschaft. Es gibt eine Fülle von Aktivitäten, die sich schwerpunktmäßig an Migrant*innen richten. So z.B. Deutschkurse, spezifische Beratungsangebote, kulturelle Projekte, spezielle Unterstützungsangebote bei Arbeitslosigkeit oder Beeinträchtigung der Lebensführung. 

 

Alles beginnt mit der Sprache
Im Rahmen der interkulturelle Öffnung arbeiten die Organisationseinheiten der AWO daran, ihre Dienstleistungen von der Kindertagesstätte bis zur Pflegeeinrichtung, vom Jugendzentrum bis zum Mehrgenerationenhaus, von der Wohnungslosenhilfe bis zur Begegnungsstätte auf die Bedingungen und Notwendigkeit einer Einwanderungsgesellschaft auszurichten. Und alles beginnt damit, die Verkehrssprache Deutsch in einem Umfang zu lernen, wie sie für eine eigenständige Lebensführung in Deutschland notwendig ist. Die AWO ist Trägerin von Sprachkursen, die seit 2005 als Leistung im Ausländergesetz angeboten werden. An rund 50 Standorten werden solche Kurse angeboten. 

 

Die Bemühungen der Menschen, die in Deutschland ankommen wollen, müssen besser unterstützt werden - nicht nur von Verbänden und Ehrenamtlichen, sondern vor allem von der bundesdeutschen Politik.

Dies ist ein Blogpost im Rahmen des AWO-Wahlcountdowns 2017. Die Wochen vor der Wahl begleitet die AWO mit ihrem Wahlcountdown: 12 Forderungen an die Politik, eingebettet in 12 Themenwochen. Dieser Blogpost ist Teil der Themenwoche "Migration und Flucht".

Alle Themenwochen des Wahlcountdowns gibt es hier.

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