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Neuer Bundestag muss die Rentenniveauabsenkung sofort stoppen!

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Von: Ragnar Hoenig

Zum 1. Juli 2017 durften sich die rund 20 Mio. Rentne*rinnen in Deutschland über eine Rentenerhöhung freuen. Sie beträgt in den alten Bundesländern 1,90 % und in den neuen Bundesländern 3,59 %. Die unterschiedliche Höhe in West und Ost geht auf eine unterschiedliche Lohnentwicklung zurück: Die lag in den alten Bundesländern bei 2,06 % und in den neuen Bundesländern bei 3,74 %.

Abgesehen von den unterschiedlichen Rentenerhöhungen in Ost und West, die es nur noch bis 2025 geben soll, fällt auf, dass die Rentenerhöhung in beiden Landesteilen hinter der jeweiligen Lohnentwicklung zurückgeblieben ist. Dieses Auseinanderdriften von Rentenentwicklung und Lohnentwicklung ist Teil der langfristigen Absenkung des Rentenniveaus, die mit der Rentenreform 2001 eingeleitet wurde. Das Rentenniveau, das heißt das Verhältnis der Rente eines Durchschnittsverdieners mit 45 Beitragsjahren zum aktuellen Durchschnittsverdienst, ist seit der Rentenreform 2001 bereits um 10 % gesunken und beträgt aktuell 48 %. Nach den Modellrechnungen der Bundesregierung soll es im Jahr 2030 nur noch bei rund 45 % liegen und nach 2040 sogar unter die 42 %-Marke fallen.

Die Folge der Rentenniveauabsenkung ist: Die Renten bleiben immer weiter hinter der Lohnentwicklung und möglicherweise sogar hinter der Inflation zurück. Die Kaufkraft der Rentner sinkt. Dies zeigt sich für die Rentnerinnen und Rentner im Westen womöglich schon in diesem Jahr. Denn der Rentenerhöhung von 1,90 % stehen Beitragssatzsteigerungen in der Pflegeversicherung von 0,2 Prozentpunkten und eine erwartete Inflation von mehr als 2 % gegenüber. Damit es keine permanenten Kaufkraftverluste bei den Renten gibt, fordert die AWO von den Parteien für den neuen Bundestag, die Rentenniveauabsenkung sofort zu stoppen. Dies lässt sich nur durch eine Abschaffung der Kürzungsfaktoren bei den Rentenanpassungen erreichen.

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