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12.04.2017 | Veröffentlichung

DHS Jahrbuch Sucht 2017 veröffentlicht

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Aus Sicht der Suchtexpert*innen sind Alkohol und Tabak in Deutschland immer noch zu leicht verfügbar und zu günstig. Etwa 3,4 Millionen Menschen hatten demnach im Jahr 2015 mit einem Alkoholproblem zu kämpfen, knapp 1,8 Millionen von ihnen waren alkoholabhängig.
 

Darüber hinaus sind laut Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) 1,9 Millionen Menschen medikamentenabhängig. Ein Grund dafür ist die hohe Intransparenz in diesem Bereich. Privatrezepte für Schlaf- und Beruhigungsmittel sind eher die Regel als die Ausnahme und verschleiern eine kritische Arzneimittelversorgung, da sie nicht systematisch erfasst und ausgewertet werden. Vor allem ältere Menschen über 65 Jahre sind davon betroffen, darunter zwei Drittel Frauen.
 

Positiv hingegen ist der Trend beim Rauchen: Im Vergleich zum Vorjahr sank der Konsum um fast acht Prozent. Allerdings wurden 2015 in Deutschland noch immer rund 75 Milliarden Zigaretten konsumiert und im Jahr 2013 starben rund 121.000 Menschen an den Folgen des Rauchens. Für die positive Entwicklung machen die Suchtexpert*innen Fortschritte in der Tabakprävention verantwortlich und fordern, um die Erfolge zu stärken, ein Verbot der Tabakaußenwerbung. Auch die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), will ein Verbot der Tabakaußenwerbung noch vor der Bundestagswahl im September. "Professionell gemachte Tabakwerbung wirkt. Sie prägt das Image des Rauchens und suggeriert Jugendlichen, Rauchen sei eine saubere und harmlose Sache", sagte Mortler der Deutschen Presse-Agentur.

Daten und Fakten

9,6 Liter reinen Alkohol trank jeder Deutsche im Schnitt im Jahr 2015. Umgerechnet bedeutet dies mehr als 130 Liter alkoholhaltiger Getränke in Form von:

  • 104 Liter Bier,
  • 20,6 Liter Wein,
  • 3,6 Liter Schaumwein und
  • 4,4 Liter Spirituosen.

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