AWO Historie

Geschichte der AWO

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Die Arbeiterwohlfahrt wurde am 13. Dezember 1919 auf Initiative von Marie Juchacz gegründet. Mit ihrer annähernd 100-jährigen Geschichte zählt die AWO zu den ältesten Wohlfahrtsverbänden in Deutschland. Auf dieser Seite geben wir einen kurzen Überblick zur Geschichte und Entwicklung der AWO von der Weimarer bis zur Berliner Republik.

Westphal

*04.06.1924  †30.10.1998

Heinz Westphal wurde am 4.6.1924 als Sohn von Alice und Max Westphal in Berlin geboren. Max Westphal war bis 1933 Mitglied des Parteivorstandes der SPD. Vom Naziregime verfolgt und mehrmals inhaftiert, starb er 1942 an den Folgen der KZ-Haft. 

Heinz Westphal verließ nach der Obertertia die Schule und absolvierte von 1939 bis 1942 eine Flugmotorenschlosserlehre in der Daimler Benz Motoren-Fabrik in Genshagen. Anschließend begann er ein Ingenieurstudium, wurde aber 1943 einberufen. Nachdem er zum Bordfunker ausgebildet und in Ostpreußen eingesetzt worden war, kehrte er leicht verwundet nach Berlin zurück, wo er als Kraftfahrzeugschlosser arbeitete. 

Ab 1946 war Westphal hauptberuflich als Jugendsekretär der Berliner SPD, dann als Vorsitzender der SJD - Die Falken Berlin tätig. In dieser Funktion war er auch 1947 an den Gesprächen zur Gründung eines gesamtdeutschen Jugendringes beteiligt. Wegen „Widerstandes gegen die Staatsgewalt" wurde er 1949 in Ost-Berlin verhaftet und zu sechs Wochen Gefängnis verurteilt, wurde aber nach 11 Tagen wieder entlassen. In den folgenden Jahren war Westphal in der Leitung der SJD tätig, so als Jugendsekretär im Verbandssekretariat in Hannover (1950-1952), als Bundesvorsitzender SJD - Die Falken von 1953 bis 1957 in Bonn und Frankfurt. 

Ebenfalls zu dieser Zeit (1948-1957) war er Mitglied der IUSY (International Union of Socialist Youth), 1955-1956 Vorsitzender und 1958-1965 Hauptgeschäftsführer des DBJR (Deutscher Bundesjugendring). 

Seit 1945 Mitglied der SPD, zog Westphal als Kandidat für den Wahlkreis Wanne-Eickel Wattenscheid (ab 1980 Wahlkreis Herne) nach den Bundestagswahlen 1965 in den Deutschen Bundestag ein, dem er bis 1990 angehörte. In dieser Zeit war er von 1969 bis 1974 Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Jugend, Familie und Gesundheit, von 1976 bis 1982 finanzpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, war dann von April 1982 bis zum Ende der sozial-liberalen Koalition Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung. Von 1983 bis zu seinem Ausscheiden aus dem Parlament im Jahre 1990 war Heinz Westphal Vizepräsident des Deutschen Bundestages. 

Neben seinem Abgeordnetenmandat und auch nach seinem Ausscheiden aus dem Deutschen Bundestag nahm Westphal zahlreiche ehrenamtliche Funktionen wahr. Im Rahmen seines Engagements in der Jugendpolitik und der Aufarbeitung der Geschichte der Arbeiterjugendbewegung sind zu nennen seine Mitgliedschaft im Vorstand des Archivs der Arbeiterjugendbewegung, des Kuratoriums des Fördervereins Internationale Jugendbegegnungsstätte Dachau e.V.. Er ist Gründer und Vorsitzender des Vereins „Schafft Ausbildungsplätze", war 1972 - 1974 Vorsitzender des Kuratoriums des Europäischen Jugendwerkes, 1953 - 1975 Mitherausgeber der Zeitschrift "deutsche Jugend". Seit 1990 ist Westphal Mitglied des Vorstandes des Internationalen Bundes für Sozialarbeit Jugendsozialwerk.  

Im Rahmen seines Engagements für eine deutsch-israelische Verständigung, das er nach einer Israelreise im Jahre 1961 aufnahm, ist Westphal seit 1967 Mitglied der DIG (Deutsch Israelische Gesellschaft), deren Präsident er von 1972 bis 1977 und Vizepräsident bis 1985 war. 

Darüber hinaus war er von 1974 bis 1982 Vorsitzender im Verwaltungsrat des DED (Deutscher Entwicklungsdienst). 1964 bis 1974 war er Mitglied des Fernsehrates beim ZDF in Mainz.

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