Aktuell
07.04.2017 | Veröffentlichung

Studie: Willkommenskultur im „Stresstest“

Seite Drucken

Von: Gunnar Wörpel

Die Jahre 2015 und 2016 gehen in die jüngere deutsche Geschichte als Zeiten der Rekordzuwanderung ein: Über eine Million Menschen sind als Flüchtlinge gekommen, weitere Hunderttausende im Rahmen der EU-Binnenmobilität und einige Zehntausende als Fachkräfte aus Drittstaaten. Wenn auch viele Einwanderer das Land mittlerweile wieder verlassen haben, so waren die Migrationssalden noch nie so hoch wie für die Jahre 2015 und 2016. Die im Land seit einigen Jahren im Entstehen begriffene Willkommenskultur musste deshalb ihre erste große Bewährungsprobe bestehen. Ob und wie das gelungen ist, war Gegenstand einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung im Auftrag der Bertelsmann Stiftung.

Die heute veröffentlichten Ergebnisse zeigen, dass die Willkommenskultur gegenüber den 2015/16 eingewanderten Menschen nach wie vor besteht. Allerdings ist die Bereitschaft zur weiteren Aufnahme auch aus humanitären Gründen deutlich gesunken. Hier werden europäische Lösungen und die Bereitschaft anderer Länder gefordert. Auch werden die Nachteile und Probleme in der Gesellschaft deutlich wahrgenommen, wie die Frage von Wohnungsnot in Ballungsräumen.

Zentrale Aussagen der Studie sind:

  • Willkommenskultur erweist sich als robust, aber Ost und West driften weiter auseinander.
  • Bereitschaft zur Aufnahme weiterer Flüchtlinge sinkt im ganzen Land.
  • Flüchtlingsthema drängt Vorteile von Einwanderung in den Hintergrund.
  • Fachkräftemigration bleibt ein Thema.
  • Einwanderungsgesellschaft ist Normalität.
  • „Reife“ Einwanderungsgesellschaft: Integration ist keine Einbahnstraße.
  • Ausblick: Was zu tun ist, damit Deutschland eine offene Gesellschaft bleibt.

Die Studie liegt als Download vor.

Willkommenskultur im „Stresstest“

Empfehlen Sie diese Seite weiter:

Laden...

© 2017 AWO Bundesverband e.V.