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14.02.2018 | Pressemitteilung

Manfred Ragati feiert 80. Geburtstag

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Von: Mona Finder

„Man muß etwas zurückgeben, wenn man im Leben viel Unterstützung erfahren durfte.“ Diese selbst auferlegte Verpflichtung hat Dr. Manfred Ragati bezogen auf die Arbeiterwohlfahrt (AWO) mehr als erfüllt. 21 Jahre lang, von 1983 bis 2004, war der Verwaltungsjurist neben seinen beruflichen Verpflichtungen als Oberkreisdirektor Herford und Geschäftsführer des Energieversorgers EMR ehrenamtlich als Vorsitzender des AWO-Bezirksverbandes Ostwestfalen-Lippe tätig. Von 1991 bis 2004 war er zudem Bundesvorsitzender des Sozialverbandes. Morgen, am 15. Februar, feiert der Ehrenvorsitzende der AWO in Deutschland in Herford seinen 80. Geburtstag.

 

„Manfred Ragati“, so der amtierende AWO-Präsidiums- und Aufsichtsratsvorsitzende Norbert Wellmann, „war für die AWO OWL ein Glücksgriff.“ Über den Umweg einer Tätigkeit im NRW-Landtag kam der aus Ochsenfurt in Franken stammende Ragati nach Ostwestfalen-Lippe. Bereits seit 1967 in der SPD und in der AWO wurde der damalige Oberkreisdirektor Herford 1983 gebeten, Vorsitzender der AWO in OWL zu werden. Fünfmal wurde er in diesem Amt wiedergewählt. 2004 übergab er den Vorsitz auf eigenen Wunsch an Norbert Wellmann.

 

Der Bezirksverband entwickelte sich in dieser Zeit qualitativ und quantitativ zu einem professionellen Verband der freien Wohlfahrtspflege. Die Zahl der Einrichtungen und Beschäftigten wurde deutlich gesteigert. Kongenial war die Zusammenarbeit mit dem seinerzeitigen Geschäftsführungsduo Wolfgang Stadler und Klaus Dannhaus. Soziales Engagement und wirtschaftliche Kompetenz waren für Ragati keine Gegensätze. Soziale Arbeit sollte nicht in „Hinterzimmern“ stattfinden. Norbert Wellmann: „Regional als AWO und auf Landesebene in der von ihm mitgegründeten Landesarbeitsgemeinschaft der AWO NRW war es ihm immer wichtig, ´auf Augenhöhe´ mit Politik und Verwaltung zu sprechen.“

 

Auftreten und Wirken von Manfred Ragati in OWL blieben nicht verborgen. Bereits 1989 wurde er in Bonn als stelltretender Vorsitzender in den Bundesvorstand gewählt. 1991 wurde er Vorsitzender. Er blieb es bis 2004. Danach wurde er zum Ehrenvorsitzenden der AWO. Herausragendes Thema war in dieser Zeit vor allem die Neugründung der AWO in der Noch-DDR und die Wiedervereinigung von AWO West und Ost 1991. Wilhelm Schmidt, heute Präsidiumsvorsitzender des AWO-Bundesverbandes: „Mit großem persönlichen Engagement erschloss er dem jungen Verband in den ´neuen Ländern´ viele finanzielle und verbandliche Möglichkeiten.“

 

Aufgrund seiner Tätigkeit im AWO-Bundesvorstand hatte Manfred Ragati national und international viele Mandate inne. So war er u.a. Präsident der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) wie auch im Rundfunkrat des ZDF. Er war Präsident des europäischen Hilfswerkes Solidar und Vorsitzender von AWO International und Vorsitzender des Stiftungsrates der Marie-Juchacz-Stiftung. Damals noch von Bonn aus setzte er seine Politik der Weiterentwicklung der guten, alten Tante „AWO“ konsequent fort. Historisch betrachtet, wird vielleicht einmal gesagt werden, dass die AWO mit ihm einerseits aus dem Schatten der großen kirchlichen Wohlfahrtsverbände heraustrat und sich andererseits ein wenig von der „Mutter“ SPD abnabelte. 1999 erhielt er für sein ehrenamtliches soziales Engagement das Bundesverdienstkreuz.

 

Dr. Manfred Ragati ist verheiratet, hat zwei Töchter und ist inzwischen Großvater. Privat galt sein Interesse immer der Kunst und der Architektur. So haben seine Kontakte zum US-amerikanischen Architekten Frank O. Gehry dazu beigetragen, dass es im ostwestfälischen Herford seit 2005 das europaweit bekannte Kunst- und Kompetenzzentrum MARTa gibt. Für seine Verdienste wurde Manfred Ragati 1999 mit dem Verdienstkreuz 1.Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und 2004 mit dem Großen Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

 

Viel Aufhebens hat Manfred Ragati um seine vielen Aufgaben und Ämter nie gemacht. Der Franke ist inzwischen bodenständiger Ostwestfale. Als solcher wird der 80. Geburtstag nicht gefeiert. Die AWO in Ostwestfalen-Lippe und in Deutschland weiß die Verdienste von ihrem Ehrenvorsitzenden dennoch zu würdigen. Schmidt: „Die AWO verdankt ihm sehr viel. An einem solchen Ehrentag sollen sie auch groß erwähnt werden.“

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