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20.02.2015 | Pressemitteilung

Kinderbetreuung: Westen holt auf – Wenige Kinder mit Migrationshintergrund in Kitas

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Von: Stefan Hoffmann

.„Eine sehr positive Entwicklung“, sieht der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler in den heute veröffentlichten Zahlen zur Kinderbetreuung. Laut dem Statistischen Bundesamt ist die Betreuungsquote der unter dreijährigen Kinder vor allem in Westdeutschland gestiegen (West 27,4 Prozent, Ost 52 Prozent). Auffällig ist aber, dass der Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund (19 Prozent), die eine Kita besuchen, noch recht gering ist im Vergleich zu ihrem Anteil in dieser Altersgruppe insgesamt. Stadler sieht eine Ursache in den vielerorts hohen Gebühren: „Ein Kitabesuch hilft den Kindern bei ihrer sprachlichen Entwicklung. Und gute Sprachkenntnisse sind der Schlüssel für einen späteren Bildungserfolg. Deshalb fordert die AWO die Abschaffung der Kita-Gebühren“, betont Stadler.
Als Ursache für die gestiegene Zahl der unter Dreijährigen betreuten Kinder sieht Stadler die Einführung des Rechtsanspruches auf einen Betreuungsplatz im Jahr 2013. „Die Zahlen zeigen, dass es den Bedarf gibt.“ Genauso wichtig, wie die ausreichende Platzzahl sei aber die Qualität der Plätze. Vor allem angesichts der Tatsache, dass auch bei den ganz Kleinen die Zahl der ganztägig Betreuten kontinuierlich steige (17,5 Prozent). Gute Tageseinrichtungen können auch die Entwicklung von Kindern gerade in den ersten Lebensjahren umfassend und nachhaltig fördern – allerdings nur dann, wenn sie personell und räumlich entsprechend ausgestattet sind. „Eine qualitativ gute Kita-Betreuung beinhaltet vor allem die Möglichkeiten der Förderung der Sprachentwicklung, die besonders bei Kindern mit Migrationshintergrund und aus bildungsfernen Haushalten eine wichtige Rolle spielt, das Entstehen sozialer Bindungen und die Förderung motorischer Fähigkeiten“, zeigt sich der AWO Bundesvorsitzende überzeugt.
Als Hauptgründe für die Nichtinanspruchnahme von Kindertagesbetreuung geben Eltern bei Befragungen zwei Gründe am häufigsten an: zu hohe Kosten und fehlende bzw. zeitlich unpassende Plätze. Die AWO fordert schon lange eine gebührenfreien Bildung von Anfang an und somit einen kostenfreien Kita-Besuch inklusive einer kostenlosen Verpflegung. Zudem müssen die Öffnungszeiten von Kitas den Eltern eine Vollzeitberufstätigkeit ermöglichen.

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