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Europa ist näher als wir denken

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Von: Christin Lübbert

Europa wirkt bis vor die eigene Haustür: Wie die EU Projekte für die Menschen vor Ort fördert.

Die unmittelbar bevorstehenden Europawahlen werfen für viele Menschen die Frage auf, in welchem Europa sie leben wollen und welche Bedeutung die EU in ihrem alltäglichen Leben hat. Die AWO steht für ein demokratisches, friedliches und solidarisches Europa und setzt sich aktiv dafür ein, dass die soziale Dimension in der EU gestärkt wird. Denn besonders über die europäische Sozialpolitik wird der Nutzen der EU vor Ort sichtbar und für die Menschen erlebbar. Für die AWO spielen dabei die EU-Strukturfonds und Förderprogramme eine zentrale Rolle. Denn sie ermöglichen die Umsetzung modellhafter Projekte, die der Erprobung neuer Ansätze zur Förderung von Beschäftigung, sozialer Inklusion und internationaler Mobilität dienen. 

Europa vor Ort - Projekte zur Förderung von Beschäftigung und sozialer Inklusion

Der Europäische Sozialfonds (ESF) und der Europäische Hilfsfonds für die am stärksten benachteiligten Personen (EHAP) gehören zu den zentralen Instrumenten zur Förderung von Projekten zur Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit und zur Armutsbekämpfung.

Die AWO beteiligt sich mit zahlreichen Projekten am ESF-Programm  „rückenwind+ – Für die Beschäftigten und Unternehmen in der Sozialwirtschaft“. rückenwind+ ist ein Förderprogramm zur Personal- und Organisationsentwicklung in der gemeinnützigen Sozialwirtschaft. Ziel der Förderung ist die Entwicklung und Erprobung innovativer Ideen und Konzepte, die der Fachkräftesicherung in sozialwirtschaftlichen Arbeitsfeldern dienen. Die Modellprojekte in der AWO adressieren die Kernthemen in den Bereichen Führen und Unternehmenskultur, Personal gewinnen und fördern, Lebensphasenorientierung und Gesundheit sowie Vielfalt im Betrieb und Geschlechtergerechtigkeit. Seit dem Start des Förderprogramms 2015 wurden bundesweit 123 Projekte, davon 21 Projekte in der AWO umgesetzt.

Mit dem Ziel, den sozialen Zusammenhalt und die soziale Eingliederung von armutsgefährdeten und von sozialer Ausgrenzung bedrohten Personen zu fördern, werden in der AWO Projekte aus Mitteln des Europäischen Hilfsfonds für die am stärksten benachteiligten Personen (EHAP) finanziert. Die Projekte erfüllen eine Brückenfunktion, indem sie den Menschen, die unter Armut leiden, einen Zugang zu den lokal oder regional vorhandenen Hilfeangeboten vermitteln. Zielgruppen sind besonders benachteiligte neuzugewanderte Unionsbürger*innen, darunter Eltern mit ihren Kindern im Vorschulalter bis zu 7 Jahren, sowie Wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen. Bundesweit konnten bis heute insgesamt 151 Projekte, davon zahlreiche Projekte mit Beteiligung der AWO, umgesetzt werden.

Europa bewegt dich – Mobilitätsprojekte in der AWO

Mobilitätsprojekte für junge Menschen und Fachkräfte im Rahmen des EU-Programms Erasmus+ und des Europäisches Solidaritätskorps (ESK) tragen wesentlich dazu bei, dass sich die Menschen in Europa begegnen, voneinander lernen und sich zivilgesellschaftlich engagieren.

Die AWO setzt sich dafür ein, dass alle Kinder und Jugendlichen, unabhängig von ihrer sozialen Herkunft, an europäischen Begegnungen und Freiwilligendiensten teilnehmen können. Denn viele junge Menschen haben aufgrund unterschiedlicher Benachteiligungen geringere Zugangschancen zu diesen Programmen. 2018 wurden über Erasmus+ JUGEND IN AKTION insgesamt sieben vorwiegend multilaterale Jugendprojekte durchgeführt. Daneben gab es in der AWO 35 bi- und trilaterale Jugendbegegnungen, die mit der Unterstützung der bilateralen Jugendwerke und Koordinierungszentren durchgeführt wurden. Auch deutsch-französische und europäische Freiwilligendienste, letztere inzwischen überführt in das Europäische Solidaritätskorps, werden an zahlreichen Standorten der AWO umgesetzt. Diese europäischen Mobilitätsprojekte greifen das Interesse von Kindern und Jugendlichen an Austausch und Vernetzung auf. Sie erweitern ihren Lebensraum und öffnen ihn für neue Erfahrungen und Perspektiven.

Auch der europäische Fachkräfteaustausch ist ein wichtiges Instrument zur Entwicklung sozialer und beruflicher Kompetenzen sowie zur Förderung von Innovationen. Im Jahr 2018 konnten über Erasmus+ JUGEND IN AKTION fünf solcher Austausche für Jugendarbeiter*innen realisiert werden sowie zwei strategische Projekte zur Entwicklung neuer pädagogischer Ansätze im Bereich Kita und der Arbeit mit Jugendlichen, die sich nicht in Ausbildung, Arbeit oder Schulung (NEET) befinden. Auch im Programmbereich Erasmus+ Berufsbildung wurde ein Projekt zur Umsetzung von Praktika im Bereich Kita für Berufskolleg-Studierende realisiert. Die Fachkräfteaustausche bieten einen Rahmen zum Kennenlernen anderer Strukturen und  fachlicher Handlungsansätze. Nicht zuletzt bewirkt der Schritt ins Ausland und das Kennenlernen anderer Sozialsysteme die Schaffung eines Bewusstseins für sozialpolitische Entwicklungen und Zusammenhänge innerhalb Europas.

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