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06.11.2019 | Artikel

Drogen- und Suchtbericht 2019 erschienen

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Von: Kerstin Guderley

Der Drogen- und Suchtbericht 2019 der Bundesdrogenbeauftragten verzeichnet einen deutlichen Rückgang beim Tabakkonsum, wohingegen der Gebrauch von E-Zigaretten bei Jugendlichen steigend ist. Um dagegen vorzugehen möchte die neue Bundesdrogenbeauftragte Daniela Ludwig ein umfassendes Tabakwerbeverbot auch für E-Zigaretten, das in der großen Koalition seit Monaten verhandelt wird, baldmöglichst durchsetzen. Bis Jahresende hat Kanzlerin Angela Merkel (CDU), die sich für das Verbot aussprach, eine Haltung dazu in Aussicht gestellt. Auch Außen- und Kinowerbung soll verboten werden.

 

Zum Thema Cannabis strebt die neue Bundesdrogenbeauftragte einen offenen Dialog mit Vertreter*innen aller Parteien an, ohne ein festes Ergebnis dabei im Blick zu haben. Wichtig bleiben weiterhin Prävention und Aufklärung insbesondere Jugendlicher über Risiken des Konsums von Cannabis.

 

Ebenso ist im Alkoholkonsum ein absteigender Trend zu verzeichnen. Dennoch wird in Deutschland im internationalen Vergleich viel Alkohol konsumiert. Insgesamt weisen rund 18 Prozent der Männer und zwölf Prozent der Frauen einen riskanten Konsum auf. Pro Jahr sollen Schätzungen zur Folge etwa 10.000 Babys mit alkoholbedingten Folgeschäden geboren werden, 2000 davon weisen besonders schwere Beeinträchtigungen auf. Die Drogenbeauftragte möchte daher insbesondere für Kinder suchtkranker Eltern bessere Hilfen anbieten. In Kürze wird auch eine Arbeitsgruppe der Ministerien Empfehlungen dazu vorlegen.

 

Die Zahl der Drogentoten illegaler Substanzen wie Heroin oder Kokain ist im Vergleich zum Vorjahr kaum gestiegen. Grund der Todesfälle sind Vergiftungen durch Opioide. Die Drogenbeauftragte sprach sich daher strikt gegen eine Eigenbedarfsregelung für Heroin und Kokain aus. Elementar seien weiterhin Behandlungen mit Ersatzstoffen wie zum Beispiel Methadon, die vor allem flächendeckend verfügbar gemacht werden müssen und sich nicht nur auf  Ballungsräume beschränken dürfen.

 

85 Prozent der 12- bis 17-Jährigen nutzen soziale Medien jeden Tag, im Durchschnitt knapp drei Stunden. Nach derzeitiger Schätzung sind 7,1 Prozent der 12- bis 17-jährigen Mädchen und 4,5 Prozent der gleichaltrigen Jungen von internetbezogenen Störungen betroffen, insbesondere der suchtartigen Nutzung von Online-Computerspielen oder Social Media. Das sind 270.000 Jugendliche und damit doppelt so viele wie 2011.

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