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24.03.2017 | Pressemitteilung

Europäische Union ist der Garant für europäischen Frieden

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Von: Mona Finder

Zum 60. Jubiläum der Römischen Verträge erklärt der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler:

„Die Verträge zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und der Europäischen Atomgemeinschaft (Euratom) erlangten als Römische Verträge Bekanntheit.  Am 25. März 1957 legten damit Frankreich, Italien, die drei BENELUX-Staaten und Deutschland den Grundstein für das heutige geeinte Europa. Seit der Unterzeichnung hat sich die politische und sozioökonomische Landkarte des einst kriegsgebeutelten Kontinents radikal geändert. Wesentlich dabei sind unter anderem die Errichtung des Europäischen Binnenmarktes mit seinen vier Grundfreiheiten, die friedlichen Revolutionen von 1989/90 in Osteuropa, die den Weg zu einer Einigung Europas frei gemacht haben, die Währungsunion und der Wegfall der innereuropäischen Grenzkontrollen durch das Schengener Abkommen.

Auch 60 Jahre nach Unterzeichnung der Römischen Verträge muss sich die Europäische Union weiterentwickeln und hat gerade in den Bereichen der sozialen Gerechtigkeit, der Transparenz und der derzeitigen wirtschaftlichen Interessen Entwicklungs- und Verbesserungsbedarf.

Wolfgang Stadler, AWO-Vorstand

In der Europäischen Union müssen die gemeinsamen Werte Freiheit, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Achtung der Menschenrechte, wirtschaftlicher Wohlstand und nicht zuletzt die soziale Sicherheit hochgehalten werden. Noch nie gab es in den Mitgliedsstaaten der EU eine so lange Zeit frei von kriegerischen Konflikten. Gerade deshalb ist den zunehmenden antieuropäischen Kräften entgegenzuhalten, wie wichtig und elementar die Europäische Union in erster Linie als ein Projekt zur Gewährung des Friedens und der Völkerverständigung auf unserem Kontinent in Europa anzusehen ist.

Auch 60 Jahre nach Unterzeichnung der Römischen Verträge muss sich die Europäische Union weiterentwickeln und hat gerade in den Bereichen der sozialen Gerechtigkeit, der Transparenz und der derzeitigen wirtschaftlichen Interessen Entwicklungs- und Verbesserungsbedarf. In Zeiten der drohenden Verstetigung von Finanz- und Wirtschaftskrisen sowie großer internationaler Flüchtlingsbewegungen müssen neue Lösungen gefunden werden. Die fortschreitende Digitalisierung aller Lebensbereiche, der Klimawandel, aber auch demographische Veränderungen wie die stetig alternde Gesellschaft stellen Europa vor weitere Herausforderungen. Dabei müssen wir uns immer bewusst sein, dass diese globalen Herausforderungen in einem vereinten Europa gemeinsam weit besser bewältigen werden können, als wenn jeder einzelne Staat lediglich nationale Interessen verfolgt.

Die Arbeiterwohlfahrt bekennt sich zur Europäischen Integration und unterstützt aktiv die Weiterentwicklung hin in Richtung eines sozialen, solidarischen Europas, in dem die Staaten mit- und nicht gegeneinander arbeiten. Gemeinsam mit unzähligen Partnerorganisationen aus ganz Europa setzen wir uns für ein soziales Europa ein, in dem der Mensch und die Umwelt im Mittelpunkt und stets an erster Stelle stehen. Gerade angesichts der Herausforderungen der heutigen Zeit sind wir davon überzeugt, dass mit der Unterzeichnung der Römischen Verträge vor 60 Jahren ein bisher weltweit einzigartiges, beispielloses Friedensprojekt in Gang gebracht wurde, von dem die Bürgerinnen und Bürger Europas noch über viele Generationen hinweg profitieren werden.

Wir stellen uns aktiv gegen jegliche nationalistische, antieuropäische Bewegungen, deren Ziel es ist, dieses geeinte Europa zu zerschlagen und zurückzuführen zu einem Europa der nationalen Egoismen und geschlossenen Grenzen. Um das verloren gegangene Vertrauen der Bürgerinnen und Bürgern zurückzugewinnen, muss sich die Europäische Union von einer Wirtschafts- und Währungsunion hin zu einer sozialen Union weiterentwickeln und dazu alle Bürgerinnen und Bürger Europas einladen, sich an diesem Prozess aktiv zu beteiligen.“

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