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02.11.2016 | Pressemitteilung

AWO fordert Altenhilfe zur Pflichtleistung machen

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Von: Mona Finder

Heute wurde der Siebte Altenbericht mit dem Thema „Sorge und Mitverantwortung in der Kommune – Aufbau und Sicherung zukunftsfähiger Gemeinschaften“ vom Bundeskabinett verabschiedet. Der Präsident der AWO Wilhelm Schmidt war Mitglied in der Siebten Altenberichtskommission. Er kommentiert den Bericht wie folgt:

Angesichts der demografischen Entwicklung und der sich verändernden Familienstrukturen wird es eine der größten Herausforderungen werden, eine altersgerechte bzw. generationengerechte Wohn-, Umfeld- und Versorgungsstruktur sicherzustellen.

Wilhelm Schmidt, AWO-Präsident

„Die Altenhilfe, also Maßnahmen und Initiativen zur Förderung und Unterstützung alter Menschen, ist bisher eine freiwillige Leistung der Kommunen. Ob man sie bekommt oder nicht hängt damit vom Wohnort ab. Das lehnt die AWO ab und fordert stattdessen, dass die Altenhilfe zu einer Pflichtaufgabe wird. So wird es den  Kommunen ermöglicht, ihre Rolle in der Daseinsvorsorge und Gestaltung der Infrastruktur wieder aktiv zu übernehmen. Die AWO tritt dafür ein, dass die Länder und Kommunen ihre im SGB XI übertragene Aufgabe der Pflegeinfrastrukturverantwortung wieder stärker umsetzen und insgesamt die Gestaltung einer wohnortnahen Versorgung sichern.

Das Ziel muss eine wohnortnahe, aufeinander abgestimmte und miteinander verzahnte Beratungs-, Versorgungs- und Unterstützungslandschaft sein. Nur so kann eine bedarfsgerechte Infrastruktur gewährleistet werden, die hilfe- oder pflegebedürftigen Menschen einen möglichst langen Verbleib im vertrauten Umfeld und ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht. Aus Sicht der AWO ist es unerlässlich, dass die Kommunen mehr Verantwortung für die Koordination, Vernetzung, Planung und Steuerung übernehmen. Sich auf die Übernahme von Beratungsaufgeben zu konzentrieren, wie es das Pflegestärkungsgesetz III vorsieht, hält die AWO für zu kurz gegriffen.

Gerade angesichts der bundesdeutschen demografischen Entwicklung und der sich verändernden Familienstrukturen wird es eine der größten Herausforderungen für die Kommunen werden, eine altersgerechte bzw. generationengerechte Wohn-, Umfeld- und Versorgungsstruktur sicherzustellen.“

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