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24.10.2016 | Pressemitteilung

Armut von Kindern darf nicht länger hingenommen werden

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Von: Mona Finder

Die heute von der Saarbrücker Zeitung zitierten Daten aus dem Entwurf des fünften Armuts- und Reichtumsberichts bestätigen erneut erschreckende Entwicklungen. Der AWO-Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler erklärt dazu:

Die Politik muss endlich reagieren und konkrete Schritte gegen die Armut von Kindern und Jugendlichen unternehmen.

Wolfgang Stadler, AWO-Vorstand

„Es ist wirklich eine Schande, dass so viele Kinder in Deutschland von Armut bedroht sind. Die Politik muss endlich reagieren und konkrete Schritte gegen die Armut von Kindern und Jugendlichen unternehmen.“

Der fünfte Armuts- und Reichtumsbericht soll im kommenden Jahr veröffentlicht werden. Erste Ergebnisse wurden aber bereits öffentlich. Demzufolge werden Ergebnisse vergangener Studien bestätigt.

Der Anteil der Kinder, deren Familien auf Hartz IV angewiesen sind, ist in den vergangenen fünf Jahren deutlich gestiegen. Rund 3 Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland sind von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffen. Demnach ist jedes fünfte Kind von Armut bedroht.

„Die Chancen auf ausreichend Teilhabemöglichkeiten an der Gesellschaft – also an Bildungs- und Freizeitangeboten – sind bei diesen Kindern erschreckend eingeschränkt“ betont Stadler. „Deshalb ist es wichtig, dass die Bekämpfung von Kinderarmut als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe begriffen wird.

Um die Bundesregierung wiederholt für das wichtige sozial- und bildungspolitische Thema zu sensibilisieren, unterstützt die AWO den Aufruf „Keine Ausreden mehr: Armut von Kindern und Jugendlichen in Deutschland endlich bekämpfen!“

Wir fordern drei konkrete Schritte, um die materielle Situation von armen Kindern und Jugendlichen zu verbessern:

  • Das soziokulturelle Existenzminimum von Kindern und Jugendlichen muss transparent und realistisch ermittelt und zuverlässig gewährleistet werden.
  • Die Ungerechtigkeiten in der Familienförderung sind abzubauen.
  • Leistungen müssen einfacher gestaltet und für die Berechtigten leichter zugänglich sein.

Die AWO sieht in der Einführung der Kindergrundsicherung den richtigen Lösungsansatz, der alle drei Forderungen gleichermaßen umsetzt. „Darüber hinaus ist es wichtig, hinreichende und qualitativ hochwertige Betreuungs- bzw. Bildungsangebote in Kita und Schule zu gewährleisten. Nur mit diesem Mix aus Geld und Infrastrukturleistungen können langfristig allen Kindern gute Bildungs-und Teilhabechancen eröffnet werden“, erklärt der AWO Bundesvorsitzende.

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