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10.02.2020 | Veranstaltung

Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien

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Von: Kerstin Guderley

Etwa jedes sechste Kind in Deutschland kommt aus einer Familie, in der Alkoholismus oder Drogenabhängigkeit herrschen. Kinder von Suchtkranken laufen daher häufig Gefahr, in ihrem Leben selber eine Abhängigkeitskrankheit oder eine psychische oder soziale Störung zu entwickeln. Laut dem aktuellen DAK-Kinderreport haben Kinder um 32 Prozent erhöhte Gesundheitskosten. Diese Kinder sind aber auch resilienzfähig und haben vielfältige Begabungen und Kompetenzen. Mit der richtigen Art von Unterstützung können sie sich zu gesunden Erwachsenen entwickeln. Dafür braucht es spezialisierte Hilfeangebote und Fachkräfte, die in Kitas und Schulen in der Lage sind, die Kinder zu verstehen und zu unterstützen. Dazu müssen Aus- und Weiterbildungen für Erzieher*innen, Lehrer*innen, Ärzt*innen und Psychotherapeut*innen angeboten werden, die für die Versorgung von Kindern psychisch suchtkranker Eltern notwendiges Handlungswissen und Handlungskompetenzen vermittelt bekommen.

 

Um für ca. 3 Millionen betroffene Kinder optimale interdisziplinäre Versorgungsmöglichkeiten zu schaffen, wurde 2017 vom Deutsche Bundestag die Arbeitsgruppe „Kinder psychisch- und suchtkranker Eltern" einberufen. Im Dezember 2019 erfolgte die Übergabe des Abschlussberichts an den Bundestag. Trotz guter und richtiger Ansatzpunkte wird die kommunale, finanzielle Förderung der präventiven Angebote für Kinder aus suchtkranken Familien darin nach wie vor nicht geregelt. Verantwortliche in Länder und Gemeinden müssen angesprochen und aufgefordert werden, sich für mehr Unterstützungsangebote für Kinder psychisch und suchtkranker Eltern und die Aufnahme entsprechender Hilfen in die Regelversorgung einzusetzen. Unabhängig der Kommunen sollten freie Träger für ihre Gruppenangebote Zugang zu Förderungen im Rahmen des Bündnisses für Gesundheit der gesetzlichen Krankenkassen sowie entsprechende Antragsberechtigungen erhalten. Auch Aufklärungsmaßnahmen über Sucht- und psychische Erkrankungen sowie über Beratungsangebote und Therapiemöglichkeiten innerhalb der Bevölkerung müssen finanziell bereitgestellt werden um zur Enttabuisierung des Themas und zur Entstigmatisierung Betroffener beizutragen.

 

Bereits zum elften Mal startet NACOA Deutschland - Interessenvertretung für Kinder aus Suchtfamilien e.V. diese bundesweite Aktionswoche. Ein einfacher und effektiver Weg dabei mitzumachen ist die Zeichnung der Online-Petition "Kinder psychisch-/suchterkrankter Eltern brauchen JETZT Ihr politisches Engagement!"

 

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