Bildung gegen Armut - AWO setzt Armutsdiskurs fort
"Wir fordern dringend einen weiteren Ausbau institutioneller Hilfen für von Armut betroffene Kinder und Familien - insbesondere im Bildungsbereich", so der Bundesvorsitzende der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Wilhlelm Schmidt anlässlich einer zweitägigen AWO-Fachtagung zum Thema Kinderarmut in Deutschland. Von daher "unterstützen wir", betonte Schmidt, "die öffentlich gewordenen Pläne des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales nachhaltig", Kindern aus armen Familien künftig gezielt mit entsprechenden Angeboten - etwa ausreichende und gesunde Ernährung in Schulen und Kindertagesstätten; zweckgebundene Schulstart-Pakete - maßgeblich zu helfen.
Nachdem die Bundesregierung im Koalitionsvertrag die Weiterentwicklung und Ausweitung des Kinderzuschlags für das Jahr 2006 vereinbart hat "ist es nun höchste Zeit, dass den Worten endlich Taten folgen", forderte Schmidt. Ebenso muss klar sein, "dass Angebote der Bildung, Betreuung und Erziehung kostenfrei und vom ersten Lebensjahr an für alle bereit stehen. Nur wenn dies gewährleistet ist", machte Schmidt deutlich, "haben alle Kinder gleiche Chancen auf eine qualifizierte Förderung und gleiche Bildungschancen"; und nur so gäbe es ein Aufwachsen und eine Zukunft ohne Armut und gesellschaftliche Ausgrenzungen.
Die zweitägige Fachtagung der Arbeiterwohlfahrt ist Teil eines Armutsdiskurses, den der Verband seit Jahrzehnten durch seine Studien und Veranstaltungen in Deutschland mitbestimmt.