
Helene Simon und die AWO
geb. 16. September 1862
gest. 08. Dezember 1947
Helene Simon wurde in Düsseldorf als Tochter eines Bankiers geboren. Sie ist nach einem sozialwissenschaftlichen Studium in England viele Jahrzehnte in Berlin und Königsberg/Pr. als Privatgelehrte tätig gewesen und schuf ein umfangreiches wissenschaftliches Werk, in dem sie die großen sozialen Fragen ihrer Zeit grundsätzlich neu durchdachte und darstellte, und indem sie immer wieder leidenschaftlich zur Lösung der sozialen Probleme ihrer Zeit aufrief.
In der Gründungs- und Aufbauphase der AWO hat Helene Simon die Theorieentwicklung aufgeklärter Sozialer Arbeit maßgeblich beeinflusst und sich von Beginn an für die Fachkräftequalifizierung eingesetzt. Es war ihr Anliegen, die Ergebnisse moderner Sozialforschung und Gesellschaftsanalyse für die engagierte Gestaltung der politischen und fachlichen Reformbestrebungen der AWO nutzbar zu machen. Beispielhaft war ihr Einsatz für den Dialog zwischen Wissenschaft, Theorie und sozialer Praxis.
Zum 60. Geburtstag wurde Helene Simon 1922 der Ehrendoktor der Philosophischen Fakultät der Universität Heidelberg verliehen. 1939 musste sie im Alter von 77 Jahren Heimat und Wirkungsfeld in Deutschland verlassen. Helene Simon starb 1947 in London.