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Qualitätsentwicklung für lokale Netzwerkarbeit – Ergebnisse eines AWO-Projektes
Die Arbeiterwohlfahrt erkennt in der Auseinandersetzung mit neuen Formen der Netzwerkarbeit ein immer wichtiger werdendes Instrument sozialer Dienstleistungserbringung. Dabei sieht sie sich einerseits im Wettbewerb mit anderen Anbietern andererseits stellt sie sich der notwendigen Weiterentwicklung eigener Verbandsstandards. Zur (Weiter-) Entwicklung dieser Prozesse sowie einer dafür notwendigen Qualifizierung lokaler Sozialarbeit hat der AWO-Bundesverband das dreijährige Projekt „Qualitätsentwicklung für lokale Netzwerkarbeit im Programm E&C“ (2001 bis 2004) durchgeführt. E&C steht hierbei für die Programmplattform des Jugendministeriums "Entwicklung und Chancen junger Menschen in sozialen Brennpunkten", über welche jugendhilfespezifische Ansätze und Maßnahmen von Projekten im Rahmen des Bund-Länder-Programms " Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf - die soziale Stadt" seit 2000 begleitet und unterstützt werden.
Um bereits vorhandene Erfahrungen mit vernetzten, trägerübergreifenden Arbeiten zu analysieren und zu strukturieren sowie die Arbeitsprozesse in Netzwerken zu qualifizieren, beteiligten sich die AWO-Kreisverbände Nürnberg, Bremen, Hannover und Halle an diesem Projekt. Die wissenschaftliche Begleitung lag beim Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik.
Ziel war es die vielfältigen Erfahrungen zu Netzwerkarbeit und Sozialraumorientierung zu analysieren und zu bündeln, um hieraus Qualitätskriterien für gelingende Netzwerkarbeit zu entwickeln. Dadurch sollte ein Beitrag geleistet werden, um stabile Strukturen und professionelle Verfahrensweisen zu installieren und zu evaluieren, die eine angemessene sozialräumliche Vernetzung im Sinne eines integrierten Dienstleistungsangebots dauerhaft etabliert. Hierbei wird Netzwerkkompetenz als eine immer deutlicher werdende Schlüsselqualifikation für die beruflichen Kompetenzen auf der Ebene der Methoden sozialer Arbeit als auch als ein Steuerungsinstrument sozialer Infrastruktur gesehen.
Hauptbestandteil des Projektes war die Entwicklung eines Qualitätssicherungskonzeptes. Wichtigster Bestandteil war hierbei die Bestimmung und Erprobung eines Analyse- und Handlungsrasters für Netzwerkqualität, das Kriterien für gelingende Netzwerkarbeit und damit zur Messung der Qualität von Netzwerkarbeit entwickelt. Als neues Instrument dient es den Trägen sozialer Dienste als Leitfaden für die Selbstevaluation ihrer Netzwerkarbeit. Auf diesen Ergebnissen aufbauend wurde eine handlungsorientierte Arbeitshilfe:
Qualitätsentwicklung für lokale Netzwerkarbeit - eine Arbeitshilfe für die Praxis entwickelt. Download als PDF-Datei.
Die Arbeitshilfe kann kostenlos unter der Artikelnummer 02044 über den Vertrieb bestellt werden, eine Versandkostenpauschale wird in Rechnung gestellt.
Als Ergebnisse des Projektes sind zu nennen:
- Netzwerkarbeit beginnt immer im eigenen Verantwortungsbereich mit dem Aufbau, der Gestaltung und der Pflege geeigneter Arbeits-, Abstimmungs- und Kommunikationsstrukturen. Sie bedarf bereits zu Beginn klarer Aufgaben- und Ressourcenverteilungen.
- Netzwerkarbeit benötigt Professionalisierung und neue Instrumente. Das Projekt hat hierzu mit dem Modul „Netzwerkqualität“ ein Analyse- und Handlungsraster zur (Selbst-)Evaluation entwickelt, das auf den qualifizierten Aus- und Aufbau von Netzwerken und damit auf Qualitätssicherung vor Ort zielt. Anhand der ausgearbeiteten Kriterien Konzept-, Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität können so die Erfahrungen vor Ort analysiert, angepasst und in die interne Verbandsentwicklung rückgekoppelt werden.
- Netzwerkarbeit ist ein permanenter Lern- und Steuerungsprozess, der in einem Verband sowohl die horizontale wie die vertikale Ebene erfasst. Wirkungs- und sozialraumorientierte Arbeit greift in die bisherigen Strukturen bzw. in das Selbstverständnis sozialer Dienstleistungserstellung als neue Herausforderung ein. Verbandliche Lernprozesse müssen hier die Träger auf die neuen Arbeits- und Kooperationsformen einstellen.
Seit Beginn des E&C-Programms lobt der Bundesverband der Arbeiterwohlfahrt gemeinsam mit dem Deutschen Städtetag, dem Bundesverband deutscher Wohnungs-und Immobilienunternehmen, der Gesellschaft für Bauen und Wohnen Hannover, dem Bundesverband für Wohneigentum und Stadtentwickung sowie der Schader-Stiftung den Wettbewerb "Preis Soziale Stadt" aus. Hiermit ist beabsichtigt das Interesse einer breiten Öffentlichkeit für die sozialen Probleme und Aktivitäten in den Stadtquartieren wach zu halten und die beteiligten Akteure zu ermutigen, ihre eigenen Erfahrungen bei der Unterstützung des Miteinanders der verschiedenen Gruppierungen bekannt zu machen.


