Qualität der AWO-Kindertageseinrichtungen

 „Qualität“ ist ein relativer Begriff und beinhaltet Wertorientierungen, Normen und Vorstellungen der Beteiligten. Für die Arbeiterwohlfahrt setzt das Leitbild  den Werterahmen. Aus ihm ergeben sich zentrale Leitorientierungen für die Gestaltung der sozialen Dienstleistung. Die Orientierung am Leitbild ist eine Säule des Qualitätskonzeptes der Arbeiterwohlfahrt, diese wird ergänzt durch das systematische Qualitätsmangementsystem nach der DIN ISO 9000: 2001

Mit den beiden Säulen

  • der Entwicklung von Qualitätsvorgaben und Qualitätsstandards, auf der Grundlage des AWO Leitbildes und
  • der Implementierung eines Qualitätsmanagementsystems nach der DIN ISO 9000: 2001

hat die Arbeiterwohlfahrt ein Qualitätskonzept verabschiedet, das systematische und gesteuerte Qualitätsentwicklung ermöglicht. Die Qualitätskriterien der Nationalen Qualitätsinitiative sind hierbei berücksichtigt.

Die Implementierung eines QM- Systems auf der Grundlage der DIN-ISO 9000: 2001 beinhaltet auch eine Zertifizierung. Dies bedeutet, das von unabhängigen Zertifizierungsgesellschaften überprüft wird ob die dokumentierten Qualitätsziele auch tatsächlich umgesetzt werden. Um ein weit verbreitetes Mißverständnis aufzugreifen: Bei der Implementierung eines Qualitätsmanagementsystems nach DIN ISO 9000: 2001 ist nicht die Zertifizierung das Ziel, sondern ein systematisch gesteuerter Qualitätsentwicklungsprozeß. Man kann auch ein Qualitätsmanagementsystem implementieren ohne dieses zertifizieren zu lassen. Oder ein Träger entscheidet, die Zertifizierung zu einem sehr viel späteren Zeitpunkt durchzuführen

Qualitätsentwicklung und Qualitätsmanagement

Die Festlegung auf Ziele ist eine unbedingte Voraussetzung zur Erreichung von Qualität in Kindertageseinrichtungen; sie garantieren aber letztlich noch keine Umsetzung in die Praxis. Dafür bedarf es  einer Operationalisierung der Ziele für das fachliche Handeln und eines  Verfahrens, das die Umsetzung und Überprüfung dieser Ziele sichert.
Dieser Anspruch gilt für alle sozialen Arbeitsfelder und ist im eigentlichen Sinne nicht neu. Zum fachlichen Handeln gehörte schon immer ein geplantes, methodisches Vorgehen.

In der Praxis wurde häufig die Dokumentation und Überprüfung der Ziele, die gesteuerte Festlegung der weiteren Schritte oft vernachlässigt. Mit einem Qualitätsmanagmentverfahren werden die einzelnen Schritte qualitativen Handelns systematisch geplant, die Zielerreichung überprüft und deren Ergebnisse als Grundlage für das weitere Vorgehen berücksichtigt. Damit wird „Qualitätsentwicklung“ nicht nur behauptet sondern auch belegt und ermöglicht  einen systematisch angelegten ständigen Verbesserungsprozeß.

Broschüre - "Qualitätsentwicklung in Tageseinrichtungen für Kinder"

 

Die Broschüre ergänzt das Musterqualitätshandbuch, das den Rahmen setzt für das Management der Dienstleistungsprozesse. Sie ist aus der Perspektive professioneller Fachstandards geschrieben, die die Mitarbeiter/innen in ihrer täglichen Arbeit umsetzen.

Ein Beispiel soll hier ausgeführt werden. Die vollständigen Standards können Sie der Broschüre “Qualitätsentwicklung in Tageseinrichtungen für Kinder – Grundlagen, Ziele und Standards” entnehmen. Sie ist zum Preis von 3,10 € beim Verlag des Bundesverbandes der Arbeiterwohlfahrt zu erhalten.

Standards zum Qualitätsziel “Kinder erwerben Basiswissen”

Kinder werden ständig mit neuen Informationen konfrontiert, die selektiert, verstanden und bewertet werden müssen. Nicht die Anhäufung von neuen Informationen und Datenbanken, sondern das Verständnis über Zusammenhänge ist eine entscheidende Grundlage für die Orientierung in differenzierten Lebens- und Lernzusammenhängen. Dafür brauchen Kinder erfahrungs- und handlungsbezogenes Basiswissen, mit dem sie ihre Handlungsmöglichkeiten erweitern und Fähigkeiten zur Kommunikation und Kooperation mit anderen entwickeln können. Zur Aneignung von Basiswissen gehört auch die kind- und situationsgerechte Vermittlung von “Problemwissen”.

Grundlegende Qualitätsstandards:

Kinder

  • erfahren Grundwissen über ihren eigenen Körper und ihr Geschlecht,
  • erfahren Grundwissen über eine gesunde Ernährung und Bewegung,
  • erfahren naturbezogene Zusammenhänge,
  • lernen den Umgang mit Informations- und Kommunikationsmedien,
  • erfahren Grundwissen über die Umwelt und Sinn- und Sachzusammenhänge von Umweltbedingungen,
  • lernen eine eigene Meinung/Haltung zu entwickeln und diese in Bezug zu anderen zu setzen,
  • erfahren Grundwissen über familiäre Lebenswelten, unterschiedliche kulturelle Bezüge und gesellschaftliche Werte.

Das Qualitätsmusterhandbuch

Auch für das Arbeitsfeld „Tageseinrichtungen für Kinder“ hat die AWO ein Qualitätsmusterhandbuch erstellt. Dieses Handbuch beschreibt die Aufgaben und Zuständigkeiten der Träger für die Qualitätsentwicklung, erläutert die Grundsätze für die fachliche Arbeit und skizziert die wichtigsten Dienstleistungsprozesse.

Das Qualitätsmusterhandbuch kann beim AWO-Verlag bestellt werden.

Im Mittelpunkt stehen dabei die Steuerung der Prozesse die im Rahmen systematischer Qualitätsentwicklung von Belang sind. Damit ist ein Rahmen gesetzt für das regionale, trägerspezifische  Qualitätshandbuch, das je nach den spezifischen Bedingungen vor Ort gefüllt wird.

Für Träger, die ihre Einrichtungen zertifizieren lassen wollen, ist das Handbuch eines der wichtigsten Qualitätsdokumente . Aber auch Träger, die ein Qualitätsmangementsystem einführen sich aber nicht für eine Zertifizierung entscheiden können oder wollen, ist die Erarbeitung eines Qualitätshandbuches und Abstimmung mit dem Qualitätsmanagement der AWO zu empfehlen.

Fachberatung und Fortbildung

Fachberatung und Fortbildung als Qualitätsgaranten für die Arbeit

Ein wesentlicher Aspekt von Qualität in Tageseinrichtungen für Kinder ist die Qualifikation der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Die Anforderungen steigen stetig und eine einmal erworbene Qualifikation reicht nicht aus, um die kontinuierliche Entwicklungen dieses Bereiches ausreichend begleiten zu können. Die Arbeiterwohlfahrt erwartet daher, dass sowohl Leitungskräfte als auch alle anderen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ihre Fach- und Handlungskompetenz ständig erweitern.

Fachberatung und Fortbildung sollen hier eine Hilfe sein, um das Wissen und Können der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ständig zu aktualisieren. Insgesamt sind ca. 90 Fachberater und Fachberaterinnen bei der Arbeiterwohlfahrt beschäftigt. Sie stehen den Kindereinrichtungen mit Rat und Tat zur Seite. Fachberatung sichert somit auch, dass die Mitarbeiterinnen über Diskussionen im Verband informiert werden und dass beschlossene Qualitätsstandards auch Eingang in die pädagogische Praxis finden.

Gleichzeitig ist aber auch die Weiterqualifizierung der Fachberater und Fachberaterinnen selbst ein wichtiges Merkmal qualitativer Arbeit im Bereich der Tageseinrichtungen für Kinder. Hierzu veranstaltet die Arbeiterwohlfahrt regelmäßig bundesweit themenspezifische Fortbildungen, um den Austausch der Fachberater und Fachberaterinnen untereinander und im Dialog mit Wissenschaft und Praxis zu gewährleisten. Fachberater und Fachberaterinnen nehmen überdies verpflichtend an Qualitätsmanagementschulungen teil.

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