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Für ein soziales Europa
Armut in Europa bekämpfen
"Armutsrisiken sind eine gesellschaftliche Realität" lautet es in einer Broschüre des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. In der Tat: Nach Angaben etwa des Deutschen Kinderhilfswerks gelten rund 14 Prozent aller Kinder offiziell als arm. Im Februar 2009 erhielten 1,74 Millionen Kinder unter 15 Sozialgeld. Kurz gesagt: Armutsrisiken und Armut sind gesellschaftliche Realität.
Die AWO befasst sich schon seit längerem mit dem Thema Kinderarmut. Der Sie ist Auftraggeber und Herausgeber der einzigen Längsschnittstudie zum Thema Kinderarmut. Im Rahmen des Europäischen Jahres 2010 gegen Armut und soziale Ausgrenzung soll das Thema Kinderarmut mit besonderem Nachdruck - durch vermehrte Pressearbeit und Projektarbeit - in die Öffentlichkeit getragen werden.
Hauptaugenmerk liegt dabei auf der bundesweiten Durchführung des Schüler- und Jugendwettbewerbes "Ohne Moos nix los!?". Der Wettbewerb wird zu den Themen Konsum, Geld, Schulden und Armut durchgeführt. Nähere Informationen finden Sie unter www.awo-schuelerwettbewerb.org
Ein Höhepunkt in allen Ländern der Europäischen Union in 2010 sind die national ausgerichteten Fokuswochen. In Deutschland soll die Fokuswoche in der Zeit vom 19. bis 26. Juni 2010 stattfinden. Im Rahmen dieser Woche sind insbesondere drei Veranstaltungstage in Berlin geplant – das Treffen der Menschen mit Armutserfahrung, ein Diskussionsforum sowie ein kultureller Aktionstag. Um diese drei Tage herum sind weitere Aktionen von Verbänden und Gruppen geplant. Darüber unterstützt der Bundesverband zahlreiche AWO-Aktionen der Gliederungen vor Ort.
Die "AWO-Aktionen" in der Fokuswoche zum Europäischen Jahr 2010 in Zusammenarbeit mit der Nationalen Armutskonferenz werden zusammen mit den AWO- Landes- und Bezirksverbänden Berlin/Brandenburg und des Zukunftsforums Familie e.V. organisert.
Weitere Informationen
www.2010againstpoverty.europa.eu
www.nationale-armutskonferenz.de
Kontakt E-Mail
berit.gruendler[at]awo.org
cora.zeugmann[at]awo.org
Die AWO und Europa
Zahlreiche Regelungen auf nationaler oder regionaler Ebene gehen heute auf europäische Vereinbarungen und Richtlinien zurück. In vielen Bereichen verabschiedet die Europäische Union Regelungen, die in nationales Recht umzusetzen sind, in anderen ergreift sie Initiativen zur Förderung der Zusammenarbeit der Mitgliedsstaaten und zum Erfahrungsaustausch über vorbildliche Modelle. Darüber hinaus entwickelt sie Indikatoren für den europäischen Leistungsvergleich und erstellt Leitlinien, die auf nationaler Ebene umzusetzen sind.
Europäische Sozialpolitik und Dienstleistungen in Europa
Die AWO ist überzeugt, dass ein soziales Europa machbar ist und setzt sich nachdrücklich im Einklang mit den Forderungen von solidar dafür ein:
- Gemeinsame Werte müssen den Kern des europäischen Sozialmodells bilden.
- Für alle Menschen in der Europäischen Sozialunion muss das Prinzip der solidarischen sozialen Sicherung gelten und der Zugang zu hochwertigen sozialen Dienstleistungen gewährleistet sein.
- Die Europäische Sozialunion muss ihren Bürgerinnen und Bürgern gleiche Bildungschancen, unabhängig ihrer sozialen Herkunft, ermöglichen.
- Die Europäische Sozialunion muss ihren Bürgerinnen und Bürgern menschenwürdige Arbeit für ein menschenwürdiges Leben ermöglichen.
- In der Europäischen Sozialunion muss Anti-Diskriminierung in allen Lebensbereichen durchgesetzt werden.
- Die Gleichstellung von Frauen und Männern ist unabdingbar für ein soziales Europa.
- Die Europäische Sozialunion muss der Gleichwertigkeit von Wirtschafts- und Sozialpolitik verpflichtet sein.
- Die Europäische Sozialunion muss die Stimme für eine faire Globalisierung ein.
Ansprechpartner und Kontakt E-Mail:
hans-peter.niemeier[at]awo.org
barbara.dieckmann[at]awo.org
Europäische Förderpolitik
Die AWO beteiligt sich aktiv an Europäischen Förderprogrammen. Sie berät und unterstützt ihre Gliederungen in der Bundesrepublik bei Europäischen Projektvorhaben.
Bisherige und aktuelle Projekte bzw. -vorhaben beziehen sich vornehmlich im Programm Lebenslanges Lernen auf die berufliche Bildung, Aktion Leonardo da Vinci. Zielgruppen sind Auszubildende, Bildungsverantwortliche und Beschäftigte der AWO.
Die AWO ist zudem Träger von Projekten, die aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert werden.
Ansprechpartnerin und Kontakt E-Mail:
peggy.sass[at]awo.org
Die AWO ist Mitglied in verschiedenen europäischen Netzwerken:
Solidar
Solidar ist ein Europäisches Netzwerk von NGOs und gewerkschaftlichen Organisationen, das 1948 unter dem Namen "internationales Arbeiterhilfswerk" gegründet wurde.
Solidar hat die Vision, alle Menschen in die Lage zu versetzen, ein menschenwürdiges Leben zu führen. Solidar fördert Solidarität, Gleichheit und soziale Gerechtigkeit auf den Feldern Sozialpolitik, internationale Zusammenarbeit und Bildung. Hauptzielsetzungen sind:
- Interessenvertretung und Lobbying gegenüber EU Institutionen und auf internationaler Ebene
- Förderung der Zusammenarbeit zwischen Mitgliederorganisationen im Rahmen gemeinsamer Projekte und voneinander lernen
- Stärkung der Mitwirkung und Einbindung in Entscheidungsprozesse von Organisationen der Zivilgesellschaft in Europa und weltweit
- Auf- und Ausbau von Allianzen mit anderen Organisationen auf europäischer und internationaler Ebene, welche die gleichen Werte teilen
Solidar hat 47 nationale Mitgliedsorganisationen in 25 Ländern, von denen 20 Mitgliedstaaten der EU sind.
