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AWO Träger fürchten um sinnvolle JobPerspektiven etwa in Kita-Ganztagsbetreuung
Neue Verordnung gefährdet massiv erfolgreiche Beschäftigungsangebote
In Sorge um die Zukunft des Programms "JobPerspektive" für Langzeitarbeitslose hat sich der AWO Bundesverband mit einem Offenen Brief an Bundesarbeitsministerin Urslula von der Leyen (CDU) gewandt. Durch eine am 23. Dezember im Bundesanzeiger veröffentlichte "Eingliederungsmittel-Verordnung 2010" werden die Finanzmittel für die sogenannte "JobPerspektive" nach einem neuen Schlüssel verteilt. "In Folge dessen sehen wir die vielerorts auch von unseren Trägern erfolgreich eingerichteten Beschäftigungsangebote für Langzeitarbeitslose in ihrem Bestand und ihrer Weiterführung massiv gefährdet", heißt es in dem Offenen Brief.
Im Vorfeld der am Mittwoch stattfindenden Sitzung des Bundestagsausschusses für Arbeit und Soziales, betont die AWO ihr "zentrales Anliegen"für langzeitarbeitslose Menschen, die auch auf längere Sicht keine Perspektive auf dem ersten Arbeitsmarkt haben, sinnstiftende Angebote für eine dauerhafter öffentlich geförderte Beschäftigung einzurichten. Auch wenn "die Umsetzung der JobPerspektive nach wie vor nicht ohne Schwierigkeiten erfolgt", haben viele Träger der AWO vor Ort individuell geeignete und gesellschaftlich wünschenswerte Einsatzmöglichkeiten für Langzeitarbeitslose eingerichtet.
Als ein Beispiel führt die AWO den Ausbau der Ganztagsbetreuung für Kinder unter 3 Jahren an, den Ursula von der Leyen als Familienministerin maßgeblich vorangetrieben hat. Dabei entsteht in den Kitas auch bei der hauswirtschaftlichen Versorgung ein erhöhter Arbeitsaufwand. Durch den Einsatz von zusätzlichen MitarbeiterInnen im Rahmen der JobPerspektive wird den Einrichtungen eine wichtige Unterstützung gewährt, um den gestiegenen Anforderungen besser gerecht zu werden. "Hilfen bei der Zubereitung von frischen Mahlzeiten, Begleitung der Kinder beim Essen und weitere helfende Tätigkeiten sind eine spürbare Entlastung der Stammbelegschaft und führen insgesamt zu einer besseren Betreuungssituation in der Einrichtungen", erläutert der AWO Bundesverband.
"Damit bietet das Instrument JobPerspektive - dort wo es sinnvoll und verantwortungsvoll umgesetzt wurde - gerade Menschen mit hoher Arbeitsmarktferne eine Chance zu einer selbstbestimmten Lebensführung. Sie sind sozialversicherungspflichtig beschäftigt und erfahren ein hohes Maß an Zufriedenheit und Sicherheit. Oftmals bekommt ihr Leben nach sehr langer Zeit endlich wieder eine klare Tagestruktur. Dies trägt zu Stabilisierung ihrer gesamten Lebenslage bei", resümiert der Offene Brief. Wesentlich für die Zufriedenheit und die Identifikation mit der neuen Tätigkeit sei, dass die neuen Kräfte durch Coaching, Lehrgänge und Trainings qualifiziert werden. "Rein numerisch ist ihre positive Entwicklung allein schon an der äußerst geringen Abbruch-Quote zu erkennen, die bisher kein anderes Arbeitsmarktinstrument erreichen konnte", betont der AWO Bundesverband.
Diese wichtige Hilfe für langzeitarbeitslose Menschen werde durch die neue Verordnung "existenziell gefährdet". Sollten die Regelungen beibehalten werden, "ist sowohl die Weiterführung bestehender als auch die Einrichtung neuer Beschäftigungsmöglichkeiten bedroht". Deshalb appeliert der AWO Bundesverband an die Ministerin: "Gerade die arbeitsmarktfernsten Personen brauchen auch in Zukunft die besondere Unterstützung von Politik und arbeitsmarktpolitischen Akteuren. Wir bitten Sie dringend, sich für eine Lösung einzusetzen, durch die man die bereits erzielten Erfolge erhalten kann. Gerne bieten wir Ihnen hierbei unsere tatkräftige Unterstützung an."
Kontakt E-Mail: karin.deckenbach[at]awo.org
