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21.03.2016

#awogegenrassismus

Anlässlich des heutigen Internationalen Tages gegen Rassismus plädiert die AWO für einen selbstkritischen Umgang mit Rassismus: „Wir neigen dazu, Rassismus am rechtsextremen Rand der Gesellschaft und damit weit weg von uns selbst zu verorten. Doch müssen wir uns die Frage stellen, was Rassismus mit uns selbst zu tun hat“, erklärt der Bundesvorsitzende der AWO Wolfgang Stadler auch angesichts immer weiter steigender Übergriffe auf Flüchtlingseinrichtungen. So würden wissenschaftliche Studien zeigen, dass rassistische Gewalt immer dann steigt, wenn einzelne Täter sich als Vertreter eines vermeintlichen Mehrheitswillens fühlen.

Rassistisch motivierte Angriffe und Straftaten lehnt der allergrößte Teil der Gesellschaft ab. Rassismus beschränkt sich aber nicht auf physische Attacken. Wenn Menschen zum Beispiel aufgrund ihrer Hautfarbe oder ihrer Herkunft deutlich schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben, oder es für sie viel schwieriger ist, eine passende Wohnung zu finden, sind das rassistische Ausgrenzungen. Diese Praxis bleibe aber oft unsichtbar und kann kaum nachgewiesen werden. „Es ist eine wichtige Aufgabe für die gesamte Gesellschaft, sich inhaltlich mit Rassismus und unbewussten Vorurteilsstrukturen auseinandersetzen“, fordert Stadler.

Die AWO selbst bietet unterschiedliche Möglichkeiten einer inhaltlichen Auseinandersetzung mit der Thematik an, wie zum Beispiel spezielle Fortbildungsmöglichkeiten für die Mitarbeiterschaft. „Es reicht nicht aus, Rassismus zu beklagen und zu glauben, man habe damit genug getan. Wir müssen auch uns selbst und unsere unbewussten Vorurteile reflektieren“, ist der AWO Bundesvorsitzende überzeugt. Bei der AWO habe man gute Erfahrung damit gemacht, den Beschäftigten die Chance zu geben, sich damit innerhalb eines geschützten Raumes intensiv zu beschäftigen.

Einen solchen Raum der Reflexion bietet der AWO Bundesverband auch heute am Internationalen Tag gegen Rassismus im Rahmen eines Workshops zur Sensibilisierung an. Alle Mitarbeitenden der Bundesgeschäftsstelle sind herzlich eingeladen, teilzunehmen. Bundesweit beteiligen sich derzeit zahlreiche Einrichtungen der AWO an den Interkulturellen Wochen gegen Rassismus, die in diesem Jahr vom 10.-23. März stattfinden.