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17.03.2016

Gute Pflege muss gewährleistet werden

Der Bundestag berät morgen in erster Lesung das Gesetz zur Reform der Pflegeberufe. „Das zentrale Motiv für die AWO ist die Sicherstellung guter Pflege älterer Menschen auch in der Zukunft. Neben einer guten Ausbildung gehören dazu genügend Fachkräfte. Die Ausbildung muss für Auszubildende  und Ausbildungseinrichtungen weiterhin attraktiv sein“, fasst AWO Vorstandsmitglied Brigitte Döcker die Position der AWO zusammen, die das Gesetzgebungsverfahren im letzten Jahr intensiv begleitete.

Die Bundesregierung machte durch die Veröffentlichung der Eckpunkte zur Ausbildungs- und Prüfungsordnung Ende Februar deutlich, wie wichtig eine Bindung der Auszubildenden an die  Ausbildungsbetriebe ist, damit diese ihre berufliche Identität auch in der Langzeitpflege entwickeln können. Dadurch werde den Einrichtungen und Diensten deutlich, dass es sich weiterhin lohnt junge Menschen auszubilden. „Die AWO begrüßt die Aufteilung der praktischen Ausbildung auf die unterschiedlichen Einsatzstellen in weiten Teilen“.

Eine abschließende Einschätzung der Inhalte der Ausbildung ist mit den Eckpunkten nicht möglich, da dort nur übergreifende Themen aufgeführt werden.  Die AWO wartet zur Einschätzung den ersten Entwurf der Verordnung ab. Begrüßenswert wäre es, wenn in dem neuen Pflegeberuf die berufsbegleitende Ausbildung weiterhin möglich wäre. Hiermit könne man lebenserfahrene Menschen, die aus anderen Berufen in die Pflege als Hilfskräfte wechseln für die Pflege gewinnen. In der Kombination aus Ausbildung und entlohnter Beschäftigung könne man eine neue berufliche Perspektive bieten und die so dringend benötigten Fachkräfte gewinnen.

Leider räumt das ehrgeizige Vorhaben der Zusammenlegung der drei Ausbildungen zu einem neuen Pflegeberuf nicht mit den tradierten schulischen Strukturen in der Pflege auf. Auch mit dem neuen Gesetz können Pflegeschulen noch Schulen „besonderer Art“ sein und müssen nicht in allen Ländern im Schulgesetz verankert werden. „Der Bund und insbesondere die Ländern haben leider den längst überfälligen Schritt verpasst, die berufliche Pflegeausbildung in das System der berufsbildenden Schulen zu überführen“, erklärt Döcker abschließend.