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08.03.2016

Jeder Tag ist Frauentag

Die AWO setzt sich jeden Tag des Jahres für die Gleichberechtigung aller Geschlechter und für Frauenrechte ein. Ihre bundesweiten Schwangerschaftsberatungsstellen, frauenspezifischen Gesundheitsangebote, Frauenhäusern und Frauenberatungsstellen und vielen anderen sozialen Dienstleistungen unterstützen Frauen jeden Alters in jeder Lebenslage. „Der Kampf gegen geschlechtsspezifische Gewalt und Diskriminierung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, der wir uns 365 Tage im Jahr stellen müssen“, betont der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler anlässlich des morgigen  Internationalen Frauentages.

Der Internationale Frauentag hat noch immer nicht an Relevanz eingebüßt. Die Forderungen nach einem selbstbestimmten, gewaltfreien und ökonomisch abgesicherten Leben für alle Frauen, bleiben erschreckend aktuell. Frauen sind in der Bundesrepublik selbst heutzutage viel seltener erwerbstätig als Männer. Und selbst wenn sie es sind, erhalten sie für ihre Arbeit viel weniger Lohn. Dazu passt leider, dass Männer in Deutschland hochgerechnet vier Jahre bräuchten, um die Care-Arbeit, wie Kinderbetreuung, Alten- und Krankenpflege, zu leisten, die Frauen in einem Jahr erledigen.

 

Sexualisierte Gewalt ist noch immer Alltag für zu viele Frauen in Deutschland. Nur selten wurde über sexualisierte und sexuelle Gewalt so heftig und leidenschaftlich diskutiert, wie nach den Übergriffen in Kölns Silvesternacht. „Die nun fast 40 Jahre alte Forderung ‚Ein Nein heißt ein Nein’ muss endlich vollständig im Strafrecht aufgenommen und umgesetzt werden“, fordert der AWO Bundesvorsitzende. Konsequenterweise müsste die entsprechende Finanzierung des Schutz- und Hilfesystems gegen Gewalt sichergestellt werden.

Grundsätzlich fordert die AWO

  • ein wirksames Entgeltgleichheitsgesetz, einen Rechtsanspruch auf die Rückkehr aus Teilzeit in Vollzeitbeschäftigung und einen Rechtsanspruch auf befristete Teilzeit sowie die Aufwertung frauendominierter Berufe;
  • die Ratifizierung und umfassende Umsetzung der Istanbul-Konvention, des Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt u.a. in der Änderung des Strafgesetzbuches zur Verbesserung des Schutzes der sexuellen Selbstbestimmung;
  • einen Rechtsanspruch auf Schutz und Hilfe für von Gewalt betroffene Frauen unabhängig von Einkommen, Aufenthaltstitel, Herkunftsort, gesundheitlichen Einschränkungen oder Behinderungen.

Abschließend stellt Wolfgang Stadler klar: „Die AWO steht für sexuelle Vielfalt und eine offene Gesellschaft und setzt sich für das Recht aller Frauen auf ein selbstbestimmtes Leben ohne Gewalt und die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transsexuellen, Transgender und Intersexuelle ein.“