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13.01.2016

AWO zur Reform der Pflegeberufe

Heute verabschiedet das Bundeskabinett das Gesetz zur Reform der Pflegeberufe. Aus den eigenständigen Berufsausbildungen Krankenpflege, Kinderkrankenpflege und Altenpflege wird eine einheitliche Ausbildung zur Pflegefachfrau und zum Pflegefachmann. Mit der neuen Pflegeausbildung will die Bundesregierung den Pflegeberuf attraktiver machen. „Erfreulich ist, dass mit der Reform das Schulgeld für die neue Ausbildung aufgehoben wird. Genauso werden Anleitung und Begleitung der Schülerinnen und Schüler refinanziert“, erklärt AWO Vorstandsmitglied Brigitte Döcker. Diese Veränderungen sind gerade vor dem Hintergrund des massiven Bedarfs an Auszubildenden in diesem Bereich entscheidend.

„Es wird im weiteren Verlauf darauf ankommen, wie die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Ausbildung genau ausgestaltet wird. Wir werden auch den weiteren Gang der Reform konstruktiv und kritisch begleiten“, erklärt das AWO Vorstandsmitglied. Aus Sicht der Arbeiterwohlfahrt bleibt abzuwarten, ob die Altenpflege mit der neuen Berufsausbildung im gleichen Ausmaß wie heute Fachkräfte gewinnen kann. Denn bisherige Zahlen zeigen, dass in den Krankenhäusern die Pflegekräfte circa 30 Prozent mehr Gehalt als in der Altenpflege bekommen. „Die neue Ausbildung muss nun zu einer Angleichung der Gehälter in den Bereichen führen. Andernfalls droht eine Abwanderung von Fachkräften in die Krankenhäuser“, führt Döcker aus.

Die AWO begrüßt, dass durch die Reform ein direkter Zugang mit einem Hauptschulabschluss 10. Klasse zur Pflegeausbildung besteht. So gehen keine potenziellen Fachkräfte verloren. „Sichergestellt werden muss in der Ausbildung, dass auch zukünftig die Spezifika der Altenpflege ausreichend vermittelt werden, um eine fachgerechte Versorgung älterer Menschen ohne Qualitätsverlust sicher zu stellen“, hebt Döcker hervor. Die Arbeiterwohlfahrt wird deshalb genau darauf achten, in welche Richtung die Ausgestaltung der Ausbildung gehen wird.